You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die physiologischen Formen der Selbstbezichtigung entspringen dem Selbsterhaltungstriebe und „können sowohl ethischen wie intellektuellen Motiven entspringen”, während bei den pathologischen Formen „der Selbstvernichtungstrieb bald mehr, bald weniger ausgesprochen das Leitmotiv darstellt.” Zwischen diesen beiden Formen liegen zahlreiche, oft dunkle Übergänge. Bei jedem Fall von Selbstbezichtigung müssen zwei Momente sehr sorgfältig berücksichtigt werden: der Tatbestand und die Persönlichkeit des Täters. Es wird eine Reihe „berühmter Verbrechen” geschildert und an Hand dieser auf die Wichtigkeit der degenerativ-hysterischen Konstitution, Versündigungsideen, den Wunsch, Strafe zu erleiden etc. hingewiesen. Auffallend häufig bezichtigten sich selbst Individuen, die sich bereits des Betrugs und der Urkundenfälschung schuldig gemacht hatten.
Hans Schnorr.