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Wenn Wilhelm Specht1) in seinem Aufsatz über die „Phänomenologie und Morphologie der pathologischen Wahrnehmungstäuschungen” bei der kritischen Würdigung der physiologischen Theorie das Ergebnis seiner Untersuchungen über diese Theorie in den Satz zusammenfasst, „dass es ja gar nicht mehr die pathologischen Tatsachen selbst sind, welche die Motive einer physiologischen Erklärung in sich bergen, sondern dass die physiologische Theorie bereits mit bestimmten Voraussetzungen an die Tatsachen, die sie erklären will, herantritt,” so ist das ein Urteil, das formell zwar nicht mehr als eine kritische Auseinandersetzung, inhaltlich aber eine vollständige Absage bedeutet. Aber wir stehen hier, dieser Theorie gegenüber, vor einem gefährlichen, wissenschaftlichen Kompromis, das sich aus dem Verlangen ergibt, die Resultate einer Wissenschaft müssten sich mit den Resultaten einer anderen decken, wir stehen vor den Konsequenzen eines fast gewollten Missverstehens, so dass des Urteils Strenge auch des Urteils Gerechtigkeit wird, und ich glaube, es wäre nach einigen Jahrzehnten selbständiger Psychologie endlich an der Zeit, Unbefangenheit zu üben und einzusehen, dass die Physiologie unmöglich imstande sein könne, uns auch nur den geringsten Aufschluss über ein psychisches Geschehen — so weit es psychisch ist — zu geben: ebensowenig, wie es jemals der Chemie gelingen könnte, selbst wenn sie eine lebende Zelle auf chemischem Wege zu erzeugen vermöchte, irgendwie das Problem, das das Leben bedeutet, zu lösen.
Sobald wir physiologische Erscheinungen, die die psychischen begleiten, ihnen vorausgehen oder folgen, ins Auge fassen, müssen wir uns schon, soferne wir unbefangen sind, darüber klar sein, dass wir uns von der Psyche entfernen. Wissen wir doch kaum, inwieweit hier das post hoc auch ein propter hoc ist: und wüssten wir es, so wäre wenig geholfen. Immer noch wäre die Seele der Dogmen als ein per se alterum, so wenig sie vor wissenschaftlicher Einsicht Stand zu halten vermag, eine b