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Gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts lebte abseits des Weilers Wildisbuch in der Nähe von Winterthur in der Schweiz der verwitwete Johann Peter mit sechs Kindern, Kaspar, Barbara, Susanne, Elisabeth, Magdalena und Margaret; diese, 1794 geboren, war das jüngste und Lieblingskind. Frühreif wie sie war, konnte sie schon mit sechs Jahren die Bibel lesen und der Familie etwas daraus vorpredigen und vorbeten. Besonderes Ansehen gab ihr ferner in den Augen ihrer ziellos hahinlebenden Familie der Umstand, dass sie am Weihnachtstag geboren war.
1816 hielt sie für einen Onkel mütterlicherseits, einen Bauer zu Rudolfingen Haus, und dort geriet die junge Heilige in das Fahrwasser der Pietisten von Schaffhausen. Ihre religiösen Gefühle wurden immer stärker, damit aber auch die häufig die Unterdrückung geschlechtlicher Gefühle begleitende geistige Depression. Gott offenbare sich ihr immer mehr, und sie werde sich von Tag zu Tag ihrer Sündhaftigkeit stärker bewusst; so erklärte sie ihren Zustand. Binnen kurzem fühlte sie sich zum Predigen, Offenbaren und Prophezeien berufen und kehrte schon nach einem Jahre ins väterliche Haus zurück, um sich ganz diesem Berufe hinzugeben.
Eingezogen waren hier mittlerweile der Knecht Heinrich Ernst, Margaret Jäggli, eine wegen „Unmoralitäten” aus ihrem Heimatsdorf ausgewiesene junge Person und die neunzehnjährige Ursula Kündig, eine Dienerin, die sich infolge einer unglücklichen Liebesgeschichte mit ihren Eltern überworfen hatte. Sie alle suchten Rettung und Heilung bei Margaret, ihrer „geistigen Beraterin”, in der „sich Christus fleischlich geoffenbart habe und Tausende von Seelen ihre Rettung fänden”, Margaret, die Hohepriesterin der Mystik, unterrichtete, leitete und erleuchtete alle, die so „geistig” veranlagt waren, dass die zwingliche Pfarrkirche ihren tiefen „Seelenhunger” nicht befriedigen konnte.
Im Herbst 1817 machte Margaret die Bekanntschaft einer anderen Wunderpredigerin namens Julianne von Krüder. Diese, 1766 geboren, entstammte ein