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In „Die Anwendung der Psychoanalyse auf Kindheit und Jugend” (Ambrosius Barth 1913) hat William Stein neuerdings ausgesprochen, psychologisch besonders aussichtsvoll erscheine die Wendung, welche die psychoanalytische Theorie in der ketzerischen Schule Alfred Adlers genommen habe. Mein eigenes Eintreten für Adler in dieser Zeitschrift ist den Lesern des Zentralblattes für Psychoanalyse bekannt. Auch in meinen Referaten in der „Zeitschrift für Psychologie” habe ich mehrfach bei entsprechender Gelegenheit auf Adler und das Plausible und Richtige in seiner Kritik Freud's wie seiner eigenen positiven Anschauungen hingewiesen. Wenn Adlers Organminderwertigkeitstheorie bisher noch immer nur etwas in grossen Zügen Entworfenes darstellt und überhaupt nur leisten kann, was jede derartige Theorie zu leisten vermag, eine spezielle Schwäche dieser Theorie zum Beispiel, wie ich früher schon betonte, darin liegt, dass, wo die zentrale Gehirnminderwertigkeit das Wesentliche darstellt, wir auch auf diesem Wege zu keiner genaueren Einsicht kommen, so ist das eine Sache für sich und berührt Adlers Ausführungen, soweit sie uns in unserem psychologischen Verstehen fördern und auch den Wechsel und das Werden psychisch reaktiver Erscheinungen mehr oder minder verständlich werden lassen, weiter nicht. Dem Anstaltspsychiater müssen freilich kausale Fragestellungen wesentlich und weit mehr wesentlich sein, auf welche vom teleologischen Standpunkt Adlers aus überhaupt kaum Antwort gegeben werden kann. Wie bei Freud läuft auch bei Adler die Psychose in der Erwähnung so gelegentlich mit, ohne dass ich diese Hinweise doch für besonders fruchtbar erachten kann. Hier und ebenso überall da, wo es sich noch um psychische Zustände handelt von so unausgebildeter Art wie beim Kinde scheint mir ein psychologisches Verstehen weitgehend unmöglich. Es kommt nicht darauf an konsequent psychologisch zu bleiben, sondern darin konsequent, psychologisch nur verstehen zu wollen, wo die Möglichkeit eines psychol