You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
„Sicher ist — sagt Verf. einleitend —, dass heute dem Mediziner in der Regel, sofern er nicht gerade Psychiater ist, die Einstellung auf das Psychische und die psychischen Kenntnisse abgehen.” Unter diesen versteht Verf. Kenntnisse in „der experimentellen, streng empirischen” Psychologie, deren Zusammenhang mit einzelnen Disziplinen der Medizin er darzulegen versucht. So spricht Verf. bei der Pharmakologie Uber die Beeinflussung psychischer Vorgänge durch die Schlafmittel, wie Chloralhydrat, Paraldehyd, Trional etc. Natürlich stellt Verf. auch die Forderung auf, dass der mit chemischen und pathologisch-anatomischen Kenntnissen für die Praxis (!) ausgerüstete Mediziner auch in dieser Art von Psychologie noch obendrein sich einer Prüfung unterziehen soll. Wie furchtbar gleichgültig ist es, zu wissen, dass z. B. Chloralhydrat „den Ablauf psychischer Vorgänge verlangsamt”, und wann kommt je der Praktiker in die Lage, dies unzuverlässige, tückische Mittel zu verschreiben! Ganz abgesehen davon sollten Hypnotika nur im Notfall verordnet werden. Wozu dieser überflüssige Ballast? Ist es nicht viel wichtiger, dass man den Mediziner lehrt, die Wurzeln der Schlaflosigkeit zu erkennen und weiter, darüber klar zu sehen, warum Menschen nach Schlaf- und Rauschmitteln greifen?! Was nutzen ihm dabei Kenntnisse in „der experimentellen, streng empirischen” Psychologie! … Die Hysterie (pag. 14 f.) gibt dem Verf. Gelegenheit, sich über die Forschungen von Faust und speziell von Freud zu äussern. Nach seiner Meinung „bedeutet die Assoziationsmethode sicher einen grossen Fortschritt gegenüber der ursprünglich von Freud angewandten”, Es seien „die empirischen Grundlagen, auf denen sich die psychologischen Theorien Freud's aufbauen, mehr als dürftig”…. ”Völlig unbewiesen ist jedoch die von Freud vertretene Auffassung der Absperrung oder Verdrängung von einzelnen gefühlsbetonten Erlebnissen aus dem Bewusstsein, unbewiesen im weitesten Sinne ist ferner die Freud'sche Lehre von der Symbolfun