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Der Wunsch ist der unbestimmte Ausdruck der psychischen Zielstrebigkeit — ein Pleonasmus. So verschieden der kindliche Wunsch von den Wünschen eines Forschers ist, so verschieden sind die Träume — Neurosen — von Kindern und Philosophen. In den Schriften von Tschuang-tse (Annales du masée Guimet XX, 261) wird von diesem grossen Taoisten berichtet; (fingierte Träume folgen den Gesetzen der wirklichen Traumbildung!)
Tschuang - tse sah eines Tages — fast ohne dabei irgend etwas zu empfinden — einen leeren Schädel, der ganz des Fleisches entblösst war, aber noch seine ganze Form hatte. Er schlug ihn mit seinem Reitstocke und sprach zu ihm, als wollte er an ihn eine Frage stellen: „Bist du ein reicher Mann gewesen, der die Gerechtigkeit vergewaltigt hat, dass du dies geworden bist? Hast du den Untergang eines Staates verursacht? Und bist du darum durch die Streitaxt gefallen? Hast du ein schändliches Leben geführt und deinen Eltern, deiner Frau, deinen Kindern nur Schande als Erbteil hinterlassen? Bist du vielleicht vor entsetzlicher Kälte oder Hunger gestorben, um in einen solchen Zustand zu geraten oder durch die natürliche Folge der Zeit und des Lebensalters?
Nach dem er dies gesproch en hatte, nahm er den nackten Schädel, legte ihn wie ein Kissen auf die Erde und legte sich darauf. (Vorbereitung zum autoexperimentellen Traum.)
Mitten in der Nacht erschien ihm der Schädel in einem Traume und sprach zu ihm: „Deine Worte sind die eines gebildeten Literaten, der die Kunst der Rede versteht; aber alles, was du sagst, bezieht sich auf das Verhalten der Lebenden. Nach dem Tode jedoch ist all dies ohne Erklärung, Möchtest du, dass ich dir die Dinge des Todes erkläre?”
„Gewiss”, erwiderte Tschuang tse, worauf der Schädel wieder zu sprechen anhub: „Unter den Toten gibt es keinen Herrscher und keine niedrigen Untertanen. Dort gibt es keine vier Jahreszeiten. Das ganze Weltall formt die Jahreszeiten. Das Vergnügen des grössten Herrschers der Welt, der auf dem Throne sitzt, können die