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Die wissenschaftliche Bearbeitung der theosophischen Psychologie ist heute erst ein frommer Wunsch. Neben dem theosophischen Begriffsmaterial wird man die Psyche des Thesophen als Objekt zu untersuchen haben, um zu einer klaren Vorstellung zu gelangen, wie die theosophische Weltanschauung zu lebendiger Kraft verarbeitet wird. Die theosopische Literatur der älteren und der neueren Zeiten stellt uns ein ungemein reichhaltiges Material von interessanten psychologischen Daten zur Verfügung.
Eine klassische Illustration zu der theosophischen Lehre von der geistigen (aktiven) und psychischen (passiven) Clairvoyance gibt uns folgende Erzählung aus den Schriften Tschuang-tses (nach der Übersetzung von C. de Harlez in Annales du musée Guimet XX 243/4).
Im Reiche Tschengs gibt es einen Magier namens Tschi-Han, der das Leben und den Tod aller Menschen kennt, die Dauer und den Fall, das Glück und das Missgeschick, das lange und das kurze Leben und die Frist nach Jahren, Monaten und Tagen wie ein Geist festsetzt. Wenn die Leute Tschengs ihn sehen, fliehen sie aus Angst. Li-tse sah ihn einst und das Herz von Angst erfüllt, kehrte er um, um dies seinem Herrn Hu-tse anzuzeigen und sprach zu diesem: „Ich glaubte, dass der Tao eurer Herrlichkeit der höchste wäre; nun aber sehe ich, dass es einen noch böheren gibt. Ich habe dich nämlich noch nicht gelehrt,-entgegnete Hu-tse, dass das Äussere nicht das wirkliche Wesen ausmacht. Den Menschen dieser Welt, die dem Tao sich widersetzen, muss man verschiedene Mittel besitzen, um ihnen das Vertrauen einzuflössen. Führe diese Person herbei, damit ich mit ihr spreche. Am nächsten Morgen kam Li-tse mit dem Magier. Als Hu-tse wegging, sprach Tschi-han zu seinem Schüler: Dein Herr ist tot; er wird keine zehn Tage mehr leben. Ich sehe in ihm ausserordentliche Zeichen der nassen Asche.
Li-tse kehrte schluchzend heim und wiederholte diese Worte Hu-tse, der ihm sagte: Ich habe mich ihm gezeigt wie die Erde ihr Äusseres zeigt, in vollkommener Ruhe, als g