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Anderweitig beschäftigt, konnte ich leider mein Versprechen nicht halten und die „Fortschritte der Traumdeutung” nur in kleinen Beiträgen erledigen. Ich sehe mich aber genötigt, noch einmal das Thema der Traumdeutung hier aufzurollen und einige kritische Fragen ausführlich zu besprechen. Zuerst möchte ich mich mit Maeder auseinandersetzen, der soeben eine grössere Arbeit über das Traumproblem publiziert hat1).
Es ist dies ein hochinteressanter, sehr instruktiver Vortrag, den der Autor auf dem letzten psychoanalytischen Kongresse in München gehalten hat, um seine Abweichungen (und die der Züricher Schule) von der orthodoxen Freudschule zu begründen und festzustellen. Es wird ausgeführt, dass mit der Funktion des Traumes als Wunscherfüllung das Wesen des Traumes nicht restlos geklärt sei. Der Traum wurde nach Maeder bisher von der Freudschule zu wenig klinisch untersucht und zu sehr als ein Symptom für sich angesehen. Die Sexualdeutung des Traumes sei nur eine erste Stufe, vielleicht nur eine Vorstufe der Traumwissenschaft. Die „Wiener Deuterei” ohne Kenntnis des Kranken sei zu verwerfen, die Auflösung eines Traumes durch die Symbole sei nur eine oberflächliche. Der Traum zeige ein Gesicht in die Vergangenheit, das entspräche seiner retrospektiven Tendenz und eines in die Zukunft, das entspräche seiner prospektiven Tendenz. Man habe bisher den manifesten Trauminhalt vernachlässigt und zu sehr auf den latenten geachtet. Die Kenntnis der Lebensgeschichte des Träumers zeige den Traum in einer Funktion als Verkünder kommender Zeiten, als Warner und Vorbereiter von wichtigen Entscheidungen. Um dies zu beweisen, werden eine Reihe nicht sehr glücklich gewählter Beispiele mit sehr willkürlichen Deutungen angeführt, Deutungen, die ich durch alle bestreiten und durch andere ersetzen könnte.
Man wird mir zugeben, dass ich in Traumdeutungen einiges Geschick habe. Aber ich habe mich zu der Erkenntnis durchgerungen, dass wir bei der Traumdeutung sehr leicht Täuschungen unterliegen un