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Ein grossangelegtss erschöpfendes Werk über die Homosexualität von ihrem besten Kenner im Umfange von 67 Druckbogen. Man staunt über den enormen Fleiss und die grosse Belesenheit des Autors, der keine Arbeit unerwähnt gelassen hat, die über
Homosexualität handelt, der auch die schöne Literatur berücksichtigt und der auch das erstemal eine zusammenfassende historische Darstellung des Themas gibt. Das Buch ist für jeden Sexualforscher unentbehrlich und als Nachschlagewerk durch sein gewissenhaft ausgearbeitetes Register doppelt wertvoll. Die Stellung Horschfelds zu der Frage der Homosexualität ist ja bekannt. Er kämpft seit vielen Jahren für diese armen Unglücklichen und bemüht sich immer wieder nachzuweisen, dass die Homosexualität angeboren und nicht erworben ist. Er unterscheidet eine echte und eine falsche Homosexualität und begründet seine Diagnosen mit grossem Scharfsinn und eminenter Fachkenntnis. Wenn ich trotzdem anderer Ansicht bin, so ändert das nichts an dem Wert des Buches. Was wir als Ergänzung des Werkes von Horschfeld erwarten, ist eine gründliche psychoanalytische Durchforschung des Themas. Ich stehe nach wie vor auf dem Standpunkt in der Homosexualität eine früh erworbene Neurose zu erblicken. Der Homosexuelle verdrängt seine Heterosexualität ebenso wie der Heterosexuelle seine Homosexualität geopfert hat. Ich werde mich mit Horschfeld ausführlich in meinem Werke „Die psychischen Störungen der Sexualfunktion” auseinandersetzen. Zweck dieser Zeilen ist es, alle Kollegen auf das fesselnd geschriebene, äusserst lehrreiche Werk aufmerksam zu machen und sie anzuregen, sich durch das Studium desselben in die Materie zu vertiefen.
Stekel.