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Es ist dafür gesorgt, dass uns die Lektüre des Jahrbuches nicht zu eintönig wird. Sadger füllt seine Seiten mit köstlichen Blüten unfreiwilligen Humors. Blitzartig kommen unerwartete Wendungen und neue Erkenntnisse. Wer hat vor Sadger geahnt, dass der Ehrgeiz ein Produkt der Urethra ist? Niemand. Sadger aber verkündet: „Weitere etbral-erotische Äusserungen sind die Erektionen, ein sehr lebhaftes Interesse für Feuer und Heizanlagen, endlich ein brennender Ehrgeiz.” Wer wusste bisher, was die Furcht vor Wanzen bedeutet? Niemand. Sadger aber fasst sie nicht symbolisch als Angst vor Gewissensbissen, als Angst vor Schmutz und Infektion auf, sondern orakelt: „Mit der Hauterotik hängt eine excessive Wanzenfurcht unseres Knaben zusammen”. „Die Wanzen als Objekt der Hauterotik”, das ist wirklich neu und genial.
Ich habe mich immer gewundert, woher Sadger seine profunden Kenntnisse über die Gesässerotik hernimmt. Ich habe doch auch Kranke, welche offen und freimütig reden, höre aber sehr selten diese Dinge. Nun lerne ich aus der Arbeit von Sadger, dass er seine Kranken durch Suggestivfragen immer wieder in seine Gedankenkreise zwingt. Der Kranke erzählt von seiner Mutter, sie hätte gerne körperliche Arbeiten verrichtet, daher stamme wahrscheinlich seine Freude am Sport. Sie hätten beide immer fest zugegriffen und es so auch bei der Reinigung getan, die Mutter und die Grossmutter.
Sadger fragt sofort: „Also gewissermassen Ihren Hintern gescheuert?” Der Vater legt sich zu dem Knaben ins Bett und der Knabe legt sich zurecht und fragt den Vater: Ist es gut so? Der abgerichtete Patient deutet das im Jargon von Sadger: Liege ich so recht wie die Mutter? Und so wimmelt es von Sadgerismen.
Die Arbeit ist voller Widersprüche. Seite 487 heisst es: Sein Geschlechtstrieb ist im Verhältnis zu dem anderer Leute seines Alters sehr gering trotz gelegentlich stark betriebener Onanie. Dabei onaniert der Patient manchmal sechsmal hintereinander und gesteht, dass er permanent sexuelle Gedanken habe