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„In Admiral Pearys Buch interessierte mich besonders eine Beschreibung eines eigentümlichen Nervenleidens, welches man unter den Eskimus an der Westküste Grönlands findet — von Cap York bis Etah — welches sie Piblokto nennen und welches er eine Form der Hysterie nennt. Peary hat Piblekto nie bei einem Kind gesehen, aber bei einigen Erwachsenen jeden, oder jeden zweiten Tag einen Anfall. An einem Tag konstatierte er fünf Fälle. Die direkte Ursache dieses Leidens — sagt Peary — sei schwer zu bestimmen; hie und da (ich zitiere seine Worte) scheint es die Folge eines Grübelns über abwesende oder verstorbene Verwandte oder eine Furcht vor der Zukunft zu sein.”
Den Anfall schildert er mit folgenden Worten: „Die Patientin, meist sind es Frauen, fängt an zu schreien und die Kleider vom Körper zu reissen. Kommt der Anfall auf dem Schiff, so wird sie schreiend und gestikulierend auf dem Deck auf und ab laufen, in der Regel nackt, wenn auch der Thermometer 40° Kälte zeigt. Wird der Anfall schlimmer, springt die Patientin manchmal über das Geländer aufs Eis und läuft eine halbe Meile. Der Anfall dauert wenige Minuten, eine Stunde oder länger und einige Kranke werden so wild, dass sie auf dem Eise nackt herumlaufen würden, bis sie erfrieren, wenn man sie nicht mit Gewalt zurückbringen würde.
Ist der Anfall im Hause, beobachtet man den Kranken wenig, solange er kein Messer findet, oder versucht, andere zu verletzen. Der Anfall endet mit heftigem Weinen; wenn der Patient ruhig wird, sind die Augen blutunterlaufen (bloodshob), der Puls hoch und der ganze Körper zittert noch etwa eine Stunde lang.”
Nun macht Brill sehr interessante Bemerkungen über das Verhältnis der Konversionshysterie zur Angsthysterie. Er sagt:
„Nach meinen Beobachtungen konnte ich keine Konversionshysterie unter den Eskimos finden. Die Frage mag nahe liegen, warum man nicht auch bei den an Piblokto Leidenden Symptome von Konversion findet. Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns das Gesetz und den Mechanismus