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Boccacio, der bekanntlich sehr scharf beobachtete, enthält mehrere Beispiele, die sowohl für die Traumdeutung (Entstehung der Träume, Wunscherfüllung) sowie
für die im Wachleben gebrauchte Symbolisierung ziemlich interessant erscheinen. Besonders charakteristisch dürfte das letzte Beispiel (Wunscherfüllung) sein1).
Die sechste Novelle des vierten Tages, betitelt „Die zwei Träume” enthält folgende Träume: (ich zitiere in Übersetzung).
„Die junge Dame träumte eines Tages, dass sie mit ihrem lieben Gabriel im Garten sei, dass sie ihn in ihren Armen halte; dass sie aus dem Körper ihres Geliebten in dieser Lage etwas schwarzes und schreckliches heraustreten sah, dessen Form sie nicht genau bestimmen konnte; dass dieses „ich-weiss-nicht-was” Gabriel ergriffen hatte, und trotz ihres Widerstandes ihn aus ihren Armen gerissen hatte und dass hierauf diese Art Gespenst verschwunden sei, nachdem es sich eine Zeitlang auf der Erde gewälzt hatte.” Der Schmerz, den ihr dieser wirklich entsetzliche Traum verursachte, liess sie jäh erwachen. Sie hatte alle Mühe, sich von ihrem Schrecken zu erholen. Obwohl sie den Gebrauch ihrer Sinne wieder erlangt hatte und sehr froh war, zu sehen, dass es nur ein Traum war, war sie doch unaufhörlich beunruhigt durch die Furcht, dass dieser Traum sich verwirkliche .…. Später erzählt sie den Traum ihrem Geliebten, und … der junge Mann lachte viel über ihre Einfalt, bemerkte zu ihr, dass die Träume nichts bedeuten und dass sie meistens keine andere Ursache haben, als dass man zu viel gegessen habe, oder zu wenig. „Wenn man der Träumen glauben sollte, so muss ich gestehen, dass auch ich einen in der letzten Nacht hatte, der mich verhindert hätte, herzukommen. Ich habe geträumt, dass ich, als ich in einem schönen und weitgedehnten Walde jagte, eine ungemein weisse und hübsche Hirschkuh traf, die in überaus kurzer Zeit mir so zutraulich wurde, dass sie mir überallhin folgte. Geschmeichelt durch diese Zuneigung, habe ich das hübsche Tierchen sehr liebkos