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Den nachstehenden Traum ihres sechsjährigen Töchterchens stellte mir eine Mutter, die bei mir in psychoanalytischer Behandlung war, zur Verfügung. Das Mädchen ist ein gesundes, aufgewecktes, heiteres und unbefangenes Kind, das beiden Elternteilen zärtlich zugetan ist.
Den Traumanlaß bot der siebente Hochzeitstag der Eltern. Schon einige Tage vorher hörte das Kind von der bevorstehenden Feier, für welche es ein großes Interesse an den Tag legte, viel sprechen. An dem mit Spannung erwarteten Tage erwachte das Kind auffallenderweise in schlechter Laune. Er war gereizt, verärgert und unzufrieden, nichts war ihm recht, es kritisierte alles, und wenn vom Hochzeitstage die Rede war, stopfte es sich die Ohren zu. Im Laufe des Tages fielen Äußerungen, wie: „Hört mir schon auf, darüber zu reden”, „wenn nur dieser Tag schon vorüber wäre”, usw.
Das Kind hat immer einen ruhigen und ungestörten Schlaf gehabt. Heute jedoch rief es ängstlich aus seinem Zimmer die Mutter ans Bettchen heran und erzählte ihr ganz aufgeregt einen Traum, den es soeben geträumt hatte: „Es war schrecklich, eine Frau holte mich und wollte mich wegnehmen. Die Frau setzte mir etwas auf den Kopf und sagte: ‚So, jetzt bist du eine Braut, und komm, du mußt mit mir nach Gabrunz.’ Ich habe gerufen ‚Großmutter, Großmutter', und sie ist zum Glück gekommen und hat mir geholfen. Mutter, der Traum war so furchtbar, ich muß immer daran denken”.
Um das Kind zu beruhigen, ließ sich die Mutter in ein Gespräch mit ihm ein und versuchte, den Traum, wie sie es in der Analyse am eigenen Leibe erfahren hatte, zu analysieren. Sie fragte das Kind: „Was heißt das, Gabrunz?” Das Kind antwortete: „Gabrunz, nach Gabrunz.” Mutter: „Ja, was für ein Gabrunz?”