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In den verschiedenen niederen und höheren Schulkategorien gibt es immer wieder Schüler, die den Lehrer von seiner eigentlichen Arbeit abhalten und dadurch die Erreichung des Unterrichts- und Erziehungszieles der Klasse in Frage stellen. Unter diesen Kindern und Jugendlichen bilden die „Verwahrlosten” eine Gruppe ganz besonderer Art. Obwohl sie in ihrem Verhalten oft sehr voneinander abweichen, — die einzelnen Formen differenzieren sich auch noch untereinander stark, — sind ihre Äußerungen doch so charakteristisch, daß dieser Schülertypus jedem Lehrer bekannt ist, und daher auch Erörterungen über Verwahrloste ohne vorhergehende Beschreibung oder Definition der Verwahrlosung möglich werden.
Gegenwärtig sind an Lehrer und Schüler ziemlich hohe unterrichtliche Anforderungen gestellt, und jeder Verwahrloste gefährdet das rechtzeitige Anlangen am Arbeitsziel. Je mehr von ihnen in einer Klasse beisammen sitzen und je ärgere Verwahrlosungsäußerungen der Einzelne zeigt, desto häufiger und stärker wird der Unterricht gestört und der Lehrer gezwungen sein, dazu Stellung zu nehmen. Die Art seines Verhaltens ergibt sich aber aus der Einstellung, die er zum Verwahrlosten hat. Wenn wir ein wenig Klarheit gewinnen, wie diese zustande kommt, werden wir manches über die Auffassung der verwahrlosten und verbrecherischen Jugend durch die Schule und bei Verallgemeinerung einiger Schlußfolgerungen auch durch die Gesellschaft verstehen.
Noch eine Vorbemerkung: Wir werden uns heute nicht mit jenen Zuständen befassen, die als körperliche, intellektuelle, psychische, moralische Verwahrlosung beschrieben werden, uns interessiert vorläufig nicht das Problem der Verwahrlosung, sondern die Person des Verwahrlosten, und von ihr auch nur die Wirkung auf den Lehrer. Denn von seiner Reaktion auf das Tun und Lassen des Dissozialen, wie der Verwahrloste auch genannt wird, hängt die Einstellung ab, die er zu ihm selbst gewinnt, Deren ursächliche Bedingtheit zu wissen ist wichtig, weil von da ausgehend