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Bedeutung und Wesen und Resultate der praktischen Psychoanalyse des Kindes, wie sie heute, ihre Wege noch suchend, ausgeübt wird, werden am einfachsten klargelegt, wenn man sie von ihren Anfängen an, in ihrer bisherigen Entwicklung verfolgt. Wir greifen also nach der klassischen Darstellung des ersten derartigen Versuchs, der Analyse des „Kleinen Hans”,1 um uns ihre Ergebnisse zu rekapitulieren.
Diese Arbeit bildete einen Markstein auf dem Entwicklungswege der psychoanalytischen Wissenschaft. Sie brachte den ausführlichen Nachweis, daß die direkte Kinderbeobachtung Freuds Aufstellungen über die Natur der infantilen Sexualität, die er in den „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie” (I. Auflage, 1905) auf Grund von Analysen erwachsener Neurotiker niedergelegt hat, vollinhaltlich bestätigen ließ. Die autoerotische Sexualbetätigung, die polymorph-perversen sexuellen Interessen, die Regungen und Konflikte aus dem Ödipuskomplex konnten hier unmittelbar am aktuell-lebendigen Material demonstriert werden. Dies wurde ermöglicht durch die Bemühung des analytisch interessierten Vaters, der die Mitteilungen seines kleinen Sohnes sammelte und analytisch verwertete, hierbei unterstützt und geleitet von Freud, der einmal auch entscheidend in die Analyse eingriff. Die direkte Veranlassung für die „Behandlung” ergab der Umstand, daß der kleine Hans im Alter von 4¾ Jahren nervös erkrankte, indem er zuerst der Mutter gegenüber ängstliche Überzärtlichkeit, dann nach einem Angsttraum sich steigernde Ängstlichkeit auf der Straße entwickelte und schließlich mit der Furcht, daß ihn auf der Straße ein Pferd beißen werde, das erste Symptom einer sich allmählich ausbreitenden, ziemlich schweren Phobie äußerte. In typischer Weise ward nun der Knabe unfähig, auf die Straße zu gehen, wo er ja an den Pferden und an den von ihnen gezogenen Wagen die ihn beängstigenden Wahrnehmungen machen konnte.
Die Analyse deckte auf, daß das Pferd dem Unbewußten des Jungen den Vater bedeutete,2 dessen Rache er fürch