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All unser Wissen ist an das Bewußtsein gebunden. Ebenso können wir das Unbewußte nur dadurch kennen lernen, daß wir es bewußt machen. Es gelingt uns, das verborgene Unbewußte an die Oberfläche, ins Bewußtsein, zu bringen,
wenn wir eine Verbindung mit den entsprechenden Wortvorstellungen schaffen. Sie sind Erinnerungsreste, waren einmal Wahrnehmungen und können, wie alle Erinnerungsspuren, wieder bewußt werden. Bewußt werden kann nur das, was schon einmal bewußt wahrgenommen war. Was außer den Gefühlen von innen her bewußt werden will, muß versuchen, sich in äußere Wahrnehmungen umzusetzen. Dies wird mittels der Erinnerungsspuren möglich.
Als vorherrschendes Werkzeug, um das Tor des Unbewußten zu erschließen, erweist sich das Beschäftigen mit dem Traumleben des Menschen, in dem das bisher so rätselhafte Unbewußte sich äußert- Wessen der Träumer sich morgens erinnert, ist nicht das eigentliche, kundgegebene Unbewußte, sondern sozusagen eine geheime Kurzschrift, die erst seelenaufschließend gedeutet werden muß.
Wie dem reinen Wissenschaftler ein unbewußtes Seelisches ein Unding, ein Widerspruch in sich zu sein dünkt, hält er ebenso wie viele Ärzte die Träume für sinnlose Erzeugnisse der während des Schlafes herabgesetzten Leibestätigkeit. Ihm wird die Sicherheit seiner Behauptung leicht gemacht, denn er kennt nicht den Stoff, dessen Durcharbeiten den seelenaufschließenden Forscher genötigt hat, an unbewußte Seelenvorgänge zu glauben. Doch das einfache Volk hat im Gegensatz zu den Gelehrten die Träume niemals so verachtet. In ihm schlummerte das Bewußtsein von der Wichtigkeit dieses seelischen Stoffes. Nur bestand es hartnäckig auf dem geschichtlichen Glauben. Es wollte aus dem Traum die Zukunft erschließen. Die Gebildeten hielten es für ihre Pflicht, hierüber erhaben zu lächeln. Der Traum wurde als ein müßiges Spiel der Einbildungskraft betrachtet, die nicht mehr vom Bewußtsein gelenkt wird. Man vergaß, daß es sich selbst in der verzerrten Form doch um seelischen Rohst