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In ziemlich breiter Form behandelt Freud hier die Frage, inwieweit Nichtärzte zur Durchführung einer Analyse geeignet und befugt sein können. Es versteht sich von selbst, daß auch der Lehrer, der Geistliche, der Jugendpfleger usw. in seiner Praxis, mindestens zum besseren Verständnis der Menschen, die zu ihnen kommen, der Psychoanalyse nicht entraten möchte. Freud entwickelt in platonisierendem Zwiegespräch mit einem „Unparteiischen” in sieben Abschnitten Grundlagen und Anwendungsformen der Psychoanalyse. Die Neuartigkeit der Psychoanalyse als eigentliche Seelenkunde (gegenüber experimentellen oder theoretisch-konstruierten Lehren) und die besonderen Beziehungen zwischen Ich und Es werden einleitend behandelt. Die Dynamik der nervösen Leiden, die Grundbegriffe ihrer Phänomenologie in psychoanalytischer Betrachtungsweise finden ihre Darstellung. Die sexuelle Symbolik und der Libidobegriff im Freud sehen Sinne werden im vierten Abschnitt besprochen. Das alles dient zur Vorbereitung auf die Beantwortung der thematischen Fragestellung. Der fünfte Teil kommt der Antwort nahe, indem als Hauptstück der praktischen Arbeit das taktvolle Beziehungstiften zwischen Patienten und Analysierendem und die Einfühlungs- wie Kombinationsgabe des Analysators in den Vordergrund gerückt wird. Es versteht sich von selbst, daß hier nicht so das fachliche, wie das allgemeinmenschliche Wesen des Praktikers entscheiden kann. Wird dieser aber grundsätzlich, wie Freud es praktisch verlangt, durch Selbstbeobachtung an Hand der Analyse der eigenen Person geschult, so wird schließlich auch der Nichtarzt jenes verstehende Einfühlen, jene Bindungsmöglichkeit beim Klienten ermöglichen. Unter Umständen mag der Arzt (Kapitel 6) sogar ungeeigneter sein, als der Nichtarzt. Fachwissenschaftliche Vorurteile gegen die Analyse, völlig anders