You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die eigentliche Tiefenpsychologie, insbesondere die Psychoanalyse, eine vortreffliche Anwendung auf den Fabrikbetrieb ermöglicht. Jenseits von Experimenten oder Statistik. Die seelischen Zusammenhänge im Betriebsleben, die persönlichen Faktoren, die Abhängigkeiten und Reibungsflächen, die notwendigerweise da sein müssen: sie werden uns vielfach erst durch eine psychoanalytische Betrachtungsform klar.
Der Fabrikbetrieb ist nur Ausschnitt aus dem gesamten Wirtschaftsleben, aber ein sehr wichtiger. Und wie mit vielfachem Erfolg die Psychoanalyse gewisse Erscheinungen der Kunst, der Religion, der Literatur, wie sie primitive Erfindungen der Naturvölker oder ganze Weltanschauungsfragen uns näher brachte — so kann sie zweifelsohne auch den Fabrikbetrieb erläutern und später dann — gestalten helfen. Sprechen wir aber nur erst einmal von der eigentlichen Analyse und halten wir die Gestaltungsvorschläge für andere Darstellungen zurück.
Für den Laien am einfachsten zur Einführung in diese Übertragungen einer ursprünglich ganz anders gerichteten Wissenschaft, dürfte der allgemeine und große Begriff „Werkpolitik” sein. Wir verstehen darunter die Möglichkeit, daß eine Fabrik oder sonst ein Unternehmen einen gewissen „Geist erstrebt, eine besondere, individuelle Note, die andere Fabriken gleicher Art nicht unbedingt besitzen müssen. Betriebsgeist ist in diesem Sinne aus dem Bestreben geboren, sich von der Uniformierung der Großwirtschaft abzusondern und die individuelle Note zu gewinnen, wie in früheren Zeiten jede Arbeit das Persönliche zum Ausdruck brachte und dadurch geadelt wurde. Werkpolitik will einen bestimmten