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Zur Stunde, wo Tolstoi als Erzieher auftrat, begann eine Erneuerung in der Erziehung. Drei Namen verbinden sich damit: Rousseau, Pestalozzi und Froebel. Diese Namen gehören zusammen; sie bezeichnen den Lauf eines Stromes. These, Antithese und Synthese, würde Hegel sagen. Rousseau, der geniale Theoretiker, schleudert die Idee hinaus. Pestalozzi macht sie seinem Temperament gefügig und wendet sie als fühlender und handelnder Mensch an, während Froebel danach strebt, die Praxis Pestalozzis mit einer strengeren Systematik zu vereinigen.
„Emile” bleibt der Ausgangspunkt. Er ist es, der fordert, mit der Schablone zu brechen, erst einmal das Kind zu studieren, ehe man ihm eine fertige Erziehung aufnötigt, die Sinne vor dem Geist zu üben und das Schöpferische durch größere Freiheit und mehr tätige Bewegung, durch bessere Körperkultur zu stärken. Hier wie überall predigt Rousseau die Rückkehr zur Natur. Aber es handelt sich um mehr als eine einfache Rückkehr.
In der Schweiz versucht Pestalozzi zuerst, die neue Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. Er ist kein Theoretiker und findet sich mit Kompromissen und Widersprüchen ab; er beseitigt Strafe und Belohnung, aber er schwankt noch zwischen Zwang und Freiheit. Was tut's? Er experimentiert ja nur; und auf diese Weise, durch immer neues, tastendes Versuchen, wird neues Gleichgewicht sich einstellen. Bei Pestalozzi ist Anschauung die Grundlage alles Wissens. Nach seiner Definition ist „die Anschauung der unmittelbare Eindruck dessen, was körperliche und sittliche Welt in unseren äußeren und inneren Sinnen auslösen”. Rousseau getreu, will er oft die Wirklichkeit an Stelle des Buches treten lassen. Darum gilt es zunächst, das Kind zu lehren, seine Umgebung zu beobachten und zu erkennen. Das Wissen beginnt mit dem, was u m den Menschen ist, und breitet sich konzentrisch aus. So wird Pestalozzi zum Begründer des Sachunterrichts, der bei ihm die Form des „Anschauungsunterrichtes” annimmt. Durch geordnete Fragen und Antworten lernt das K