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Fehler der Eltern sind häufig Ursache auftretender Schwierigkeiten. Wesentlicher als alle Erziehungsreform ist die Veränderung der elterlichen Grundeinstellung. Kind ist nicht Besitz, der irgendwelchen elterlichen Zwecken dienstbar gemacht werden darf, Zwecken, die teils bewußt im Vordergrunde der „Erziehung” stehen, teils aber auch vom Unbewußten her Geltung beanspruchen. Eigene Befriedigungswünsche, Vergeltungserwartung und andere auf sich selbst gerichtete Ziele sollten bei erziehlichen Bestrebungen nicht mitschwingen; man wird diese Faktoren nie ganz ausschalten können, Selbstbeobachtung und analytische Erforschung unseres Seelenlebens könnten aber zu ihrer Einschränkung beitragen.
Blicken wir hinter die Dinge, erkennen wir unter allerlei Verkleidungen — der Fürsorge, des Besserungswunsches, der Zielsetzungen — ein gut Teil Eigenliebe und Eitelkeit. Die ganze, das kindliche Leben schädigende Schulkalamität würde weniger zur Auswirkung kommen, wenn sich nicht Ehrgeiz der Eltern einmengte. Unvollkommenheiten — geistiger, seelischer oder auch körperlicher Natur — werden deshalb den Kindern so schwer verziehen, weil die Eltern durch sie in ihren eigenen Komplexen getroffen werden. Ihr Verhalten zu den Kindern wird unbewußt von dorther geregelt.
Warum wohl gilt das Bemühen vieler Mütter, ohne daß sie selbst die Ursache erkennen, der Einengung der Kinder? Sollte hier nicht Wunsch wirksam sein, recht lange gebraucht zu werden, die Kinder möglichst lange an sich zu binden? Der Kampf gegen die Selbständigkeit des Kindes, der von früh an unter dem Namen „Erziehung” oder „Ängstlichkeit” geführt wird, ist eine Auswirkung egoistischer Antriebe auf Seiten der Eltern. Loslösung ist mit Schmerzen verbunden. Sehen wir den Geburtsakt als Symbol kommender Loslösungsprozesse an.
Im Verwöhnen der Kinder spricht sich Selbstliebe aus. In der Liebesübertreibung äußert sich vielfach Selbstvergötterung, der Narzißmus im Sinne Freuds: „In dem Kinde, das sie gebären, tritt manchen Frauen „ein