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„Wenn vielfach angenommen wurde, daß die Kinderhandschrift sich nicht für das graphologische Studium eignet, so sind die Erfolge der bisherigen Versuche doch danach angetan, diese Ansicht zu erschüttern” (S. 139). Die Verfasserin hat mich von der Richtigkeit dieser These überzeugt. Insbesondere die zahlreichen sorgfältigen Analysen von Schriftproben desselben Kindes aus verschiedenen Altersstufen; vor, während und nach Krankheitszuständen und Entwicklungstörungen, der Vergleich der Handschriften von Geschwistern erweisen wohl, daß die Besonderheiten der Handschrift in Verbindung stehen mit tieferen psychischen Schriften. Sehr gerne liest man auch den Nachweis, daß die üblichen Schreib-Lehrmethoden unhaltbar sind, daß es der Verfasserin gelang, mit ihrem Verfahren, das freilich nicht deutlich genug dargestellt wird, auch beträchtliche Mißerfolge zu korrigieren. Daß die Graphologie neues Material zur Kritik der Schule beiträgt, macht uns sehr geneigt, an ihre Richtigkeit zu glauben. Die Tabelle 55 (S. 148) mit ihrem unerwartet bündigen Beweis, daß „Schulbegabtheit” und Begabtheit zwei sehr verschiedene Begriffe sind, bringt neue Bestätigung für gut bekannte Tatsachen und ist darum nicht allein nützlich, sondern wirbt auch für die Methode (Graphologie), durch die sie gewonnen wurde. Dennoch kann das Buch eine Reihe von grundlegenden Bedenken gegen die wissenschaftliche Gültigkeit der Graphologie nicht ganz zerstreuen. Becker erörtert, und ich habe den Eindruck, daß sie dies sogar schlüssig erweist, das bisher unbeachtete Faktum: Schreiben lernen und Schreiben ist eine Anpassung des Kindes an die Umgebung, ihre Forderungen, ihre Konventionen. Wir würden sagen, Anpassung an die Realität. Was wird nun angepaßt? Offenbar das triebhafte, spielerische, dem Lustprinzip folgende Kritzeln, zeichnend nachahmende Schreiben, die Lust- und Ausdrucksbewegungen der Hand. Die Handschrift kann also Symptomwert haben, an ihr kann ersichtlich werden, welche Einstellung die Persönlichkeit