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Die Einstellung des Erziehers zu seiner Aufgabe kann sachlich oder unsachlich sein. Sie ist dann sachlich, wenn die Erziehung darauf gerichtet ist, den Zögling in seinem Innern und in seinen Beziehungen nach außen zu ordnen. Die unsachliche Erziehung läßt sich leiten von Ordnungstendenzen, die sich auf Unstimmigkeiten im Erzieher selbst zurückführen lassen. Der Erziehende schaut durch die Brille eigener Unerzogenheit. Das Kind läßt sich etwas Bestimmtes zuschulden kommen. Der Erzieher wird davon höchst unangenehm berührt und greift „erzieherisch” ein, sei es durch eine Strafpredigt oder gar durch eine Ohrfeige. Nachdem er wieder ruhig geworden ist und sich überlegt, warum ihn der Vorfall in Aufregung versetzt hat, muß er feststellen, daß er in seiner Kindheit ähnliche Fehler begangen hat wie sein Kind jetzt. Und wenn er sich überhaupt sein gesamtes Verhalten diesem gegenüber vergegenwärtigt, muß er sich gestehen, daß er gerade dann die Neigung hat, „erzieherisch” einzugreifen, wenn bei den Kindern Verfehlungen auftreten, die auch einst seine Schwäche waren und vielleicht noch heute sind. Aber auch das Umgekehrte ist möglich. Solche Verfehlungen werden einfach übersehen; bedeuten sie doch unliebsame Erinnerungen an die eigene Fehlerhaftigkeit. Es läßt sich häufig feststellen, daß Lehrer, die seinerzeit ihren Erziehern große Schwierigkeiten bereiteten, zu den strengen zählen und sich besonders hart, sogar kleinlich gerade solchen Verfehlungen der Schüler gegenüber verhalten, die einst ihre eigenen waren. Im Gegensatze dazu gibt es Lehrer, die deshalb keine Disziplin halten können, weil sie die kindliche Disziplinlosigkeit übersehen oder sie weder zu bestrafen noch zu beheben vermögen. Es müßte vorerst im eigenen Innern Ordnung geschafft werden. Strafen würden Selbstbestrafungen sein.
Die Motive des unsachlichen erzieherischen Verhaltens sind meist unbewußt und verraten sich dadurch, daß die Erziehungsmaßnahmen, überhaupt das ganze Verhalten, einen besonders affektiven