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„Die Brust voll Wehmut, das Haupt voll Zweifel” stehen Eltern, Lehrer, Ärzte an der Bahre eines jungen Menschen, der sein blühendes Leben von sich warf. Wie hat das geschehen können? Konnte es nicht vermieden werden? Wer trägt die Schuld? Ist es die Schule, ist es das Elternhaus oder erbliche Belastung, geistige Erkrankung? Solche Fragen drängen sich jedem denkenden Menschen auf. Und jeder neue Fall gibt den Anstoß zu neuem Nachdenken über das Problem des Schülerselbstmordes und entfesselt neue Diskussion, ein Zeichen, daß wir es mit einem sehr schwierigen Problem zu tun haben. Es genügt nicht, festzustellen, daß es Pubertätspsychosen gibt, und daß auch die normale Pubertät Züge aufweist, die ins Krankhafte hinüberspielen. Vom Normalen zum Krankhaften ist ja auch nur ein Schritt. Auch wir Erwachsene tragen alle ein Fünkchen Pathologisches mit uns herum, und sei es auch noch so klein. Aber welche Lebensreize sind es, die es zur Verneinung des Daseins, zur Selbstmordneigung, zur Psychose mit oder ohne „Suizidtendenz” anfachen können? Wie der innere Zustand der Erwachsenen sich als wesentlich komplizierter erweist, als der der Kinder, so viel mannigfaltiger und gewaltiger sind wohl auch die Reize, die uns das Leben setzt, als die, die das Kind empfängt vom Lehrer, von der Schule, von den Eltern, vom Elternhause. Oder ist es nicht so? Nimmt die Schule das Kind mehr mit, als das Leben den Erwachsenen?
Es muß untersucht werden, gewiß, welcher Art die Schüler sind, die zum Selbstmord neigen, aber namentlich auch, wie sie, von erblicher Belastung abgesehen, so geworden sind, welcher Art die Reize sind, die die Veranlagung so treffen können, daß eine Selbstmordneigung die Folge ist. Das Problem des Schülerselbstmordes ist im Wiener Psychoanalytischen Verein zwischen Ärzten und Lehrern erörtert worden (Diskussion des Wiener Psychoanalytischen Vereins. Herausgegeben von der Vereinsleitung, I. Heft, Wiesbaden, Verlag von J. Bergmann) und die Wiener Psychoanalytiker bringen uns e