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Das Dienstmädchen machte meinem sechseinhalbjährigen Knaben davon Mitteilung, daß die Nachbarin heute morgen um acht Uhr einen Knaben bekommen hätte. Darauf kam der Bube zu mir und fragte mich: „Wie wäre es gewesen, wenn das Kind nachts um zwölf Uhr geboren worden wäre? Dann hätte ja die Mutter geschlafen und gar nichts gemerkt.” Ich erklärte darauf, daß die Mutter immer weiß, wann das Kind geboren wird. Sie hat dann Schmerzen und schläft nicht. Darauf der Kleine: „Wo kommt denn das Kind heraus?” Es erfolgt eine einfache und sachliche Aufklärung. Ganz erstaunt erwidert der Knabe: „Das kann ja gar nicht sein. Ich glaubte, das Kind komme dort heraus, wo man ‚groß’ macht. Der Pipimacher ist ja viel zu klein.” Ich erkläre den Unterschied der männlichen und weiblichen Genitalien, spreche von der Vagina und ihrer Elastizität. Diese Aufklärung paßt offenbar nicht in seine gegenwärtige Gedanken- und Wunschwelt und er entgegnet mir: „Nein, Mama, ich kann doch auch ein Kind kriegen!” — Ich wiederhole, daß nur Frauen Kinder bekommen können, daß er, wenn er groß sein werde, eine Frau haben werde und die werde ihm dann Kinder schenken. Damit war die Unterredung beendigt; ich warte auf die folgende. Es interessiert mich, dann zu vernehmen, wie er die erhaltene Aufklärung verarbeitet hat und wo er den Faden weiterspinnt.