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Anna Freud gibt in diesen vier Vorträgen ihre Erfahrungen in der Kinderanalyse und knüpft daran interessante theoretische Erörterungen. Sie vertritt im Gegensatz zu Melanie Klein die Auffassung, daß die Analyse nur für neurotische Kinder angebracht ist, und auch da nur mit Auswahl. Ihre Technik weicht in vielem von der der Erwachsenen ab; die Analyse des Kindes ist etwas ganz anderes als die der Erwachsenen.
Der erste Vortrag zeigt, wie Anna Freud die Kinder für die Analyse vorbereitet; sie schafft eine gute Übertragung und zärtliche Bindung. Der zweite Vortrag zeigt die Mittel der Kinderanalyse, die Straßen, die zum Unbewußten des Kindes führen. Von den vier technischen Hilfsmitteln der Erwachsenenanalyse: bewußte Erinnerungen, Träume, Assoziationen und Deutung, kommen beim Kind vorwiegend Traum und Deutung in Betracht. Hervorragend wichtig kann die Deutung der Tagträume sein und die Auswertung der Zeichnungen des Kindes. Der dritte Vortrag bringt eine Auseinandersetzung mit der Spieltechnik von Melanie Klein und eine Untersuchung über das Wesen der Übertragung in der Kinderanalyse. Das Kind bildet keine Übertragungsneurose, vor allem, weil die Objekte der ersten Gefühlsbindung: Eltern, Erzieher, noch real im Leben des Kindes vorhanden sind und weil der Kinderanalytiker während der Analyse nicht in der Zurückhaltung verharrt wie in der Erwachsenenanalyse. Das Kind erlebt einen großen Teil von dem, was der Erwachsene in der Analyse agiert, im Hause, vor allem seine Reaktionen auf die Personen, die für den Aufbau des Ideal-Ichs bedeutungsvoll sind. Die Analyse muß, um die Haß- und Liebesreaktionen des Kindes analytisch zu verstehen und zu verwerten, sich auf die Zusammenarbeit von Analytiker und Erzieher stützen. Im vierten Vortrag wird das Verhältnis der Kinderanalyse zur Erziehung besprochen. Der Analytiker muß an die Stelle des Ideal-Ichs beim Kinde treten. Analytiker und Erzieher müssen sich in die erzieherische Arbeit teilen. Eine Kinderanalyse ohne die Sicherhei