You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die psychoanalytische Pädagogik lieferte den Nachweis, daß Tausenden von Schülern, die an schweren Nöten leiden und in bedauerlicher Fehlentwicklung begriffen sind, durch geeignete Maßregeln geholfen werden kann, während man sie bisher ihrem traurigen Los rat- und hilflos überlassen mußte. Nicht nur peinliche Krankheitssymptome, sondern auch manche Charakterverzerrungen, Mißbildungen des Intellektes, Fehler des Gefühls- und Willenslebens im allgemeinen oder in einzelnen Äußerungen wären hier zu nennen. Die neuen Rettungsmöglichkeiten werden uns zu hoher Freude emporheben. Allein dieses Glücksgefühl wird sofort gedämpft durch die Erfahrung, daß die ungeheure Mehrzahl der hilfsbedürftigen Kinder mit den Segnungen der analytischen Erziehung, die sie aus ihrem Sumpf zu ziehen imstande wäre, niemals in Berührung tritt.
Wie viel seelisches Elend könnte beseitigt, wie manche drohende Fehlentwicklung oder Katastrophe vermieden werden, wenn die Schüler wüßten, an wen sie sich in ihrem Unglück wenden könnten, um sachkundigen Beistand zu finden! Und welch ein gewaltiger Fortschritt wäre es, wenn ihnen bekannt wäre, daß man in unzähligen Fällen, unter denen sie leiden, erfolgreich zu helfen vermag!
Man hat in neuerer Zeit allgemein begriffen, daß den jungen Leuten Berater für ernste Lebensentscheidungen zur Verfügung gestellt werden müssen. Aber gemäß dem materialistischen Zeitgeist dachte man nur an Berufsberatung, während das sehr viel Wichtigere, die Hilfe bei seelischen Schwierigkeiten, außer acht gelassen wurde.
Allein, sollten nicht Eltern und Lehrer ausreichende Berater sein? Tatsache ist, daß sie es nicht sind und in den meisten und schwierigeren Fällen einfach nicht sein können. Wir wissen, daß die psychoanalytische Pädagogik beispringen muß, wo die seelische Not und Gefahr auf Verwicklungen