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In dem Sonderheft „Sexuelle Aufklärung” (Heft 7/8/9 dieser Zeitschrift) wurde begründet, weshalb Massenaufklärungen nicht zweckmäßig sind. Wir bringen heute einen Beitrag, der zeigt, wie unter Umständen eine solche Aufklärung gelingen kann.
Mit Recht vertritt man in der Frage der sexuellen Aufklärung den Standpunkt der Einzelaufklärung, denn erstens muß sie dann erfolgen, wenn im Kinde das Interesse dazu erwacht ist, und zweitens soll die aufklärende Antwort nichts vorwegnehmen, d. h. nicht ausführlicher sein, als es die gestellte Frage erfordert. Bei einer Massenaufklärung wäre die Berücksichtigung dieser beiden Punkte unmöglich wegen Altersunterschiedes und der schon erworbenen diesbezüglichen Kenntnisse der einzelnen. Darf man nun aber daraus den Schluß ziehen, daß aus diesen Gründen einer Massenaufklärung durchaus zu entraten sei? Die Antwort darauf will ich mir für den Schluß vorbehalten und den Leser bitten, meinen Ausführungen einstweilen zu folgen. Er findet dann die Antwort darauf selber, und, wenn seine Anschauungen mit den meinigen übereinstimmen, am Schluß auch eine Bestätigung derselben.
Ich habe nämlich selbst eine Klassenaufklärung ausgeführt an Schülern der ersten Grundschulklasse,1 Knaben und Mädchen im Alter von 7 bis 13 Jahren, und will sie möglichst wortgetreu, wie sie mir im Gedächtnis haften geblieben ist, wiedergeben.
Wie kam ich dazu, dieses Thema anzuschneiden? Wir hatten Anschauungsunterricht. Es war die Rede von Freundschaft und vom Vertrauen geliebten Personen gegenüber. „Ob wir auch Freunde miteinander sind?”, fragte ich die Kinder. — Ja! — erscholl es fast in aller Munde. „Wer weiß, ob ihr es mir nicht nur so sagt, weil ihr glaubt, so sagen zu müssen, da ich eure Lehrerin bin!” — Nein, ich bin Ihre Freundin! — Und ich Ihr Freund! — Und ich auch! — So Meß es wieder von allen Seiten. „Nun gut,” sagte ich, „ich will euch einmal daraufhin prüfen. Denkt einmal alle nach, wer von euch alles, aber auch ganz alles, wa