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Ein Junge von 4 bis 5 Jahren fragte seine Mutter, wie die Kinder zur Welt kämen. Die Mutter fing an, ihm das Märchen vom Storch zu wiederholen. Der Knabe unterbrach sie: „Wenn du mir nicht die Wahrheit sagst, gehe ich da zur Hebamme hinüber und werde sie fragen, die wird es mir schon sagen.”
In einem Mädchenpensionat war unter den vierzehn- bis fünfzehnjährigen Schülerinnen eine als sehr zurückhaltend und beschränkt bekannt. Die Mädchen wollten sie necken und sagten ihr, sie wollen einmal dem Professor fragen, wie die Kinder zur Welt kommen. Sie erschrak, daß man so etwas von einem Professor nicht fragen dürfe. Da frugen die anderen, ob sie denn das wisse, und sie solle es ihnen mitteilen. Nach vielem Drängen, nachdem sie ihren Kolleginnen das Versprechen abgenommen hat, daß sie den Professor nicht befragen werden, sagte sie verschämt: „Ja, ich weiß es, aber ich hoffe, es mit der Zeit zu vergessen.”
Olga Hollós, Budapest
In Heft 7/9 meint Prof. Schneider, daß bei beginnender Pubertät die Aufklärung wiederholt werden müsse, weil die in der Spielzeit erhaltene vollständig verdrängt werden könne. Auch andere Autoren des genannten Heftes vertreten die gleiche Meinung. Ich konnte einen Fall beobachten, der mir diese Forderungen eindringlich nahelegte. Ich hielt an einem Elternabend einen Vortrag und kam dabei auch auf die sexuelle Aufklärung der Kinder zu sprechen. Mein ältester Sohn, damals Student der Medizin, war auch anwesend. Auf dem Heimwege entspann sich folgendes Gespräch zwischen Vater und Sohn:
Sohn: „Es ist schade, daß du damals, als ich noch ein Kind war, noch nicht die gleichen Anschauungen über die sexuelle Aufklärung vertratest, wie heute. Du würdest mir manche peinlichen Konflikte erspart haben.”
Vater: „Das überrascht mich sehr. Während deiner Kindheit wurden Brüder und Schwestern geboren. Wir haben dich nie im Unklaren darüber gelassen, woher sie kamen. Ich erinnere mich noch gut, wie du als Sechsjähriger aufmerksam zuhörtest, wie die Mutter deinem damals vi