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Es handelt sich um die dritte, völlig umgearbeitete Auflage des im Jahre 1913 erschienenen Werkes. Die Neubearbeitung ergab sich aus den Fortschritten, welche die Psychoanalyse seither gemacht hat.
Pfister stellt das ganze Wissensgebiet samt seiner Technik dar. An zahlreichen Beispielen aus seiner Praxis als Seelsorger, in der er von der Psychoanalyse reichliehen
Gebrauch macht, und an Berichten von Lehrern, die ihm ihre Beobachtungen zur Verfügung stellten, entwickelt er anschaulich die Erkenntnisse und Ergebnisse der Psychoanalyse für die Pädagogik.
Wenn etwas einzuwenden wäre, so beträfe es die Anwendung einer Terminologie, die nicht zum vornherein für jedermann verständlich sein könnte. Es wäre nützlich, einer späteren Auflage einen Anhang beizufügen, worin die vielen Termini begrifflich erläutert würden: so würde manchem Lehrer, der sich für das Werk interessierte, das Studium erleichtert und möglicher gemacht. So wie das Buch jetzt besteht, kann der Lehrer, welcher die Psychoanalyse noch gar nicht kennt und keine anderen einführenden Werke gelesen hat, nicht leicht folgen, und das ist um so mehr schade, als für die Pädagogik bis heute noch kein zweites Werk besteht, das die Lehre Freuds so umfassend (für die Pädagogen) darstellt. Immerhin ist zu betonen, daß der Lehrer, welcher sich wirklich ernsthaft um die Kenntnis der Psychoanalyse bemüht, das Pfistersche Werk studiert haben muß.
Der Verlag hat die beiden Bände mit vielem Geschmack gebunden.
Hans Zulliger