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(Aus einem Vortrag vor Lehrern)
Für das Problem der sexuellen Aufklärung am wichtigsten ist die Tatsache der kindlichen Sexualforschung. Diese beginnt bei ihrem ersten Auftreten in einer frühen Zeit und dauert als das sogenannte Fragealter bis zum fünften bis sechsten Lebensjahre unvermindert fort.
Alles mögliche und unmögliche wollen die Kinder in dieser Zeit wissen; aber im Mittelpunkt ihres Interesses steht die Frage:
Erstens ereignet sich vielerlei, was die Frage anregt: die Ankunft eines neuen Geschwisters, eine Geburt in der Nachbarschaft, die damit verbundene Erkrankung der Mutter, dann alle die Beobachtungen an Tieren usw. Zweitens spürt das Kind sehr wohl die unsichere Haltung der Erwachsenen allen diesen Fragen gegenüber, ihre Verlegenheit und Abweisung; und dann hört es viele halbverstandene Bemerkungen und Gespräche und kommt so rasch zu dem Gefühl, daß da ein Geheimnis dahinter sei und nun hat es keine Ruhe mehr, es zu erfahren. Sehr oft wird es nun nicht mehr so einfach und direkt fragen, denn es hat die Ablehnung nur zu deutlich gespürt, und wird sich doch mit allem möglichen Wie und Warum und Wieso immer und immer wieder um des Rätsels Lösung bemühen, vielleicht je versteckter, um so hartnäckiger.