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Welche Bedeutung ungeschicktes Verhalten der Mutter dem kleinen Kinde gegenüber für dessen spätere charakterliche Entwicklung haben kann, mögen folgende beiden Beispiele zeigen:
Eine 25jährige Analysandin leidet darunter, daß sie dann, wenn sie auf Fragen etwas antworten soll (z. B. bei Unterhaltungen oder im Examen), gewöhnlich versagt und kein Wort herausbringt. Andererseits aber muß sie bei Gelegenheiten, bei denen es ihr erwünscht wäre, zu schweigen, die Dinge heraussagen, und sie kommt dadurch oft in die unangenehmsten Situationen. Ganz ebenso geht es ihr mit Gefühlsäußerungen. Sie ist außerstande, ihrem Manne gegenüber Liebes- und Dankbarkeitsgefühlen, auch wo sie sie intensiv empfindet, Ausdruck zu geben, während sie ihm alle häßlichen und feindseligen Gefühle mitteilen muß, obwohl sie es durchaus vermeiden möchte. In der Analyse wird ihr diese Verhaltungsweise zusammenfassend beschrieben: Sie könne überhaupt nichts von sich geben, wenn sie es solle oder die Realität es fordert, lasse aber alles zur unrechten Zeit heraus. Sie bringt darauf spontan folgenden Einfall: „Ich erinnere mich an eine Situation aus meinem zweiten oder dritten Lebensjahre. Ich sitze auf dem Töpfchen und meine Mutter sagt mir: ‚Wenn du jetzt nicht gleich etwas machst, schlage ich dich.’”
Die Mutter versuchte dem Kinde allzu streng das Einhalten gewisser Zeiten zur Entleerung aufzuzwingen, bevor bei ihm noch die psychische Bereitschaft dazu vorhanden war. Die Gewöhnung an Reinlichkeit und regelmäßige Entleerung geschah nicht der Mutter „zuliebe”, sondern aus Furcht vor ihren Schlägen, und ein trotziges Zurückhalten, von Angst vor den daraus erwachsenden Unannehmlichkeiten begleitet, ist zum Bestandteil des Charakters des erwachsenen Menschen geworden.
Eine andere Analysandin klagt über ganz ähnliches. Auch sie ist unfähig, ihren Meinungen und Gefühlen Ausdruck zu geben, wenn sie es möchte; sie empfindet jede Frage und Aufforderung als Angriff und fühlt sich vergewaltigt, wenn man ihr doch e