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Hans ist zehn Jahre alt, als erstes Kind einfacher, intelligenter Eltern in natürlichen urwüchsigen Verhältnissen in Holländisch-Indien aufgewachsen. Er hat drei jüngere Geschwister, an deren Wachsen und Werden er kindlich regen Anteil genommen hat. Jede weitere Schwangerschaft seiner Mutter hat er mit größerem Interesse beobachtet und hierbei auch von den Eltern jeweils seinem Wissensdrang entsprechende Aufklärungen erhalten. Vor der Geburt seines jüngsten Brüderchens hat er — damals sieben Jahre alt — sehr häufig sich erbeten, „das Ohr auf Mutterles Leib legen” zu dürfen, und hat sich „an den Herztönen nicht satt hören” können. Jeder Gedanke und jedes Wort fast drehten sich um das zu erwartende Kind, so wie nach dessen Geburt Sinnen und Sorgen um das Befinden der Mutter, die er mit aller Sorgfalt hegte und pflegte, ihr hundert kleine Freuden und Aufmerksamkeiten erwies und sich ständig erkundigte, ob „es noch sehr weh täte” — „sie noch sehr matt sei” usw.
Seit zwei Jahren nun lebt die Mutter mit den Kindern in Deutschland, der Vater ist nur selten zu kurzem Besuch anwesend. Hans ist in ausgeprägtestem Maße ein kleiner Ödipus. In seinem Wesen vereinigt er eine eigentümliche Mischung von Kindlichkeit und Frühreife, wie dies häufig bei Knaben zu beobachten ist, die als Älteste von mehreren Geschwistern ohne Vater aufwachsen.
Zurzeit ist die Mutter im siebenten Monat guter Hoffnung. Hans hat noch mit keinem Worte diesen Zustand gestreift oder sich etwa an der Unterhaltung beteiligt, wenn diese sich, wie jetzt häufig zwischen Mutter und jüngeren Geschwistern, mit dem bevorstehenden freudigen Ereignis beschäftigte. Er „hängt” mehr als je an seiner Mutter, scheint aber uninteressiert an ihrem Befinden. Er ist ganz erfüllt von allerhand technischen Problemen (der Vater ist ein befähigter Elektroingenieur). Er bastelt, baut, schnitzt, konstruiert, entwirft Pläne; jede freie Minute wird ausgenützt. Und wenn ihm etwa eine Pistole, ein Flieger, ein Kran oder dergleichen als Mod