You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Im Verlauf einer psychoanalytischen Behandlung beginnt ein 30jähriger Analysand eines Tages Träume zu erzählen, aus denen klar hervorgeht, daß er den Analytiker zur Zielscheibe von allerlei Lausbubenstreichen erkoren hat. Das Material zu diesen Träumen entstammte den Tageserlebnissen und verschiedenen Vorgängen, die sich in der Schulzeit abspielten. Es stellte sich dann heraus, daß der Analysand mich, den Analytiker, in
die Reihe jener Lehrer stellte, denen gegenüber es ihm ein besonderes Vergnügen bereitete, wenn er sie irgendwie frozzeln konnte. Er war als Schulbube immer dabei, wenn es galt, was auszuhecken, um bestimmte Lehrer „hineinlegen” und sich dann über ihre „Dummheit” lustig machen zu können. Nachdem dem Analysanden klar geworden war, daß seine Träume sogenannte Übertragungsträume sind, daß er also in der analytischen Situation eine Wiederholung früherer Erlebnisse anstrebte, da tauchten peinliche Erinnerungen aus der frühen Kindheit auf. Damals war die Situation eine umgekehrte. Er war der von seinen Eltern, besonders von seinem Vater Gehänselte. Bei verschiedenen Anlässen lachte man ihn als einen „dummen Jungen” aus. Etwa, wenn er das Bettchen näßte oder seine Kleider unrein waren, oder wenn ihm irgend etwas mißglückte. Gelegentlich leisteten sich die Eltern den Spaß, ihn zu etwas zu ermuntern, um ihn dann auszulachen, wenn er scheiterte. Unter anderm wurde unter starkem Affekt folgender Vorfall erinnert: Er wünschte sich einmal ein unmögliches Spielzeug. Das wurde ihm zu seinem Geburtstage, ein halbes Jahr später, versprochen. Der Vater schrieb einen Brief an den Fabrikanten in der Stadt. Den Brief warf der Knabe selbst in den Postkasten. Das Geld wurde durch Zahlkarte überwiesen. Nun wartete der Knabe Tag um Tag auf das große Ereignis, entfernte jeden Tag ein Blatt des Abreißkalenders und freute sich dabei, daß das Geburtstagsblatt um eines weniger überdeckt war. Nun war der ersehnte Tag da! Was geschah? Der Knabe wurde ausgelacht: Siehst du, was du