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Das Kind ist nach Freud polymorph-pervers veranlagt und daher aller möglichen Perversionen fähig, wenn die Gelegenheit zu ihrer Aktivierung gegeben ist. Reich sind bereits unsere Erfahrungen auf diesem Gebiete; dennoch glaube ich mit der Mitteilung der folgenden Beobachtung etwas Neues zu bieten:
Ein 16 Monate alter Knabe erkrankt an Keuchhusten. Seine tobende Abwehr des Arztes bei der Untersuchung und das ängstliche Gehaben der Eltern kennzeichnen mir alsbald das neurotische Milieu. Die Eltern sind deutsche Musiker, Vater bedeutend älter als die Mutter. Aus der ersten Ehe des Vaters ist ein siebenjähriger Junge im Hause. Patient neun Monate an der Brust der nervösen Mutter, mäßig gediehen. Sehr verwöhnt. Wenn die Mutter daheim ist, will er immer über sie verfügen. Gibt man ihm nicht nach, wird er sehr „zornig”. Wird jeden Morgen zu den Eltern ins Bett genommen. Seit einigen Monaten (vielleicht schon seit der „Entwöhnung”, wie die Mutter auf Befragen sagt) hat er eine eigenartige Einschlafbedingung: Man muß ihm einen von der Mutter abgelegten Strumpf oder solch ein Miederleibchen reichen. Diesen Gegenstand preßt er dann zwischen beide Hände, steckt den einen Daumen zum Ludeln in den Mund und schläft rasch ein. Wenn die Eltern nachts nach Hause kommen, erwacht der Kleine jedesmal. Wenn nun die Mutter beim Entkleiden ihr Miederleibchen ablegt, verlangt er danach und schläft damit bald wieder ein. Verweigerung ruft einen Zornanfall hervor. Frische, ungebrauchte Wäschestücke oder solche, die der Vater benützt hat, lehnt er ab. — Die Mitteilung dieser Dinge verdanke ich nur dem Umstande, daß ich im Bette des Kindes einen nach dem Brauche vieler Hausfrauen „invaginierten”, offenbar aber schon gebrauchten Frauenstrumpf fand und verwundert nach seinem Herkommen fragte. Ich hebe dies hervor, um zu zeigen, wie sehr wir in solchen Fällen vom Zufalle abhängen. Darum beweist die Einzigartigkeit dieser Beobachtung noch nicht ihre Vereinzeltheit. Noch zu wenige haben die Augen für