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Aichhorn veröffentlicht hier zehn einführende Vorträge über das Thema: Die Psychoanalyse in der Fürsorgeerziehung. Er stützt seine Ausführungen auf eine vieljährige Tätigkeit als Leiter von Fürsorgeerziehungsanstalten und einer Wiener Erziehungsberatungsstelle.
Einleitend gibt Aichhorn eine Definition des Begriffes Fürsorgeerziehung und eine knappe Einführung in die Grundtatsachen der Psychoanalyse. Wesentliche Gebiete der Theorie der Psychoanalyse sind später in außerordentlich anschaulicher Weise an praktischen Beispielen erläutert.
Fürsorgeerziehung setzt ein, „wenn es der Erziehung nicht gelungen ist, dem Kinde oder Jugendlichen die seiner Altersstufe normal entsprechende Kulturfähigkeit zu vermitteln”. (16/17.) Im weiteren wird ausgeführt, was die Psychoanalyse der Fürsorgeerziehung an neuen Blickpunkten gebracht hat. Dieses ist: „… vertiefte psychologische Erkenntnis, aber was besonders wichtig ist, genaueren Einblick in die Struktur des Ichs und damit die Möglichkeit, die Beziehungen der Verwahrlosung zu dessen Strukturveränderungen zu studieren, dann sicheres Erfassen der durch die Fürsorge zu lösenden Aufgaben und schließlich erhöhtes technisches Können”. (S. 28.)
Psychoanalytisch betrachtet, bedeutet der Begriff „Verwahrlosung”, „daß in einem Individuum die das soziale Handeln bedingenden Mechanismen nicht mehr normal ablaufen”. (S. 61.) Anzeichen für diese Strukturveränderung sind die Verwahrlosungserscheinungen, wie Vagieren, Stehlen usw. Aichhorn wendet sich dagegen, daß man glaubt, die Verwahrlosung behoben zu haben, wenn man durch irgendwelche Erziehungsmaßnahmen