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Aus einem Briefe an die Schriftleitung:
„Ich bitte Sie, mich als Teilnehmer für die pädagogische Woche zur Einführung in die psychoanalytische Pädagogik zu vermerken.
Vor wenigen Tagen wurde in der Besprechung eines Vortrages von Oberamtsarzt Dr. St. in O. über Psychoanalyse auf der hiesigen Bezirksschulversammlung, die sämtliche Lehrer von Amts wegen besuchen müssen und auf der auch eine ganze Anzahl Ortsvorsteher und andere vertreten sind, von einem Professor des hiesigen Lehrerseminars der Psychoanalyse Freudscher Richtung der Vorwurf gemacht, daß sie auf einer niedrigen (auch dem Werte nach: niedrigen) Weltanschauungsgrundlage aufbaue, nämlich auf sinnlichen ungeistigen Trieben, daß sie unvermittelt dann den Begriff der Sublimierung einführe, um nicht dauernd auf ihrer niedrigen Grundlage, die sie doch nicht verlasse, verweilen zu müssen, und daß er gerade wegen ihrer ganz bedenklichen weltanschaulichen Grundlagen und ihres Anspruches, selbst wieder weitgehend Weltanschauung zu werden und alles in ihrem Sinne zu deuten, die eine naturalistische sei, — er hätte ebenso gut materialistische sagen können, — die Lehrer und Erzieher nur davor warnen könne, sich im Vertrauen auf irgendwelche Autoritäten, die sie ihr empfehlen, gutgläubig anzunehmen.
Vielleicht gibt sich auf der pädagogischen Woche Gelegenheit, auch auf diesen Punkt — weltanschauliche Grundlage der Psychoanalyse und die Befähigung und Grenzen der Psychoanalyse selbst wieder in der Bildung der Weltanschauung mitzuwirken — einzugehen.
K., den 21. Juli 1927. Hochachtungsvoll E., Schulrat.”
Wir laden zur Diskussion über die aufgeworfene Frage ein! Hier nur drei Bemerkungen:
Auf dem Stuttgarter Kurs wurde die Frage nach der weltanschaulichen Grundlage der Psychoanalyse nicht gestellt, obschon viele Fragen im Anschluß an die Vorträge einliefen. Das dürfte damit zusammenhängen, daß den Kursteilnehmern aus den Vorträgen klar geworden ist, daß die Psychoanalyse eine wissenschaftliche Forschungsmethode ist, und deren E