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Am Montag, den 28. Februar 1927, erschienen Mutter und Großmutter der in zehn Tagen das zweite Lebensjahr vollendenden Helga in meiner Sprechstunde. Sie berichteten in großer Besorgnis, daß das Kind in der vergangenen Nacht um ½4 Uhr mit einem furchtbaren Angstschrei
aufgewacht und seitdem in einem nicht zu beschwichtigenden Angstzustand geblieben sei. Das Kind habe, wie schon öfter zuvor, in der Nacht verlangt, aus seinem Bettchen heraus und zur Mutter genommen zu werden; diese, weil sie sich sehr müde fühlte, gab das Kind nach kurzer Zeit hinüber zum Vater. Es war, neben ihm liegend, zirka eine Viertelstunde eingeschlafen. Erwacht, kroch es mit dem Ausdruck des Entsetzens an das obere Bettende, zog die Beine eng an den Körper und deutete nach der Bettdecke, bzw. unter die Bettdecke mit den Worten: „Die Mischekatze.” Sie wehrte sich mit aller Kraft, unter die Bettdecke genommen zu werden, verlangte aus dem Bett heraus, wollte aber auch nicht in das Bett der Mutter, sondern fürchtete überall, auch in den Ecken des Zimmers, daß die Mischekatze an sie herankomme. Dem Vater blieb nichts übrig, als mit dem Kind ins Nebenzimmer zu gehen und bis zum Morgen unter ständigen Beruhigungen umherzuwandeln, denn auch dort wollte es nicht sitzen, aber äußerte auch Angst, wenn er es an sich drückte. Warum nicht Versuche gemacht wurden, das Kind durch die Mutter zu beruhigen, vermochte ich nicht festzustellen. Auch am nächsten Morgen noch war das Kind „wie aus Rand und Band”, und nur im Zimmer der befreundeten Nachbarin in der gleichen Wohnung beruhigte es sich solange, bis die Mutter mit ihm zur Säuglingsfürsorgestelle gehen konnte. Auch dort bestand vor dem Arzt noch die Angst, und es wurde der Rat erteilt, einen Nervenarzt aufzusuchen.
Es ist wesentlich und den symbolischen Sinn der Katzenangst beweisend, daß sich das Kind, wie schon zu Hause festgestellt war, vor Katzenbildern, einer Porzellankatze und, wie später erprobt wurde, vor einer wirklichen Katze nicht fürchtete, daß