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Anna ist ein kleines Mädchen von vier Jahren. Sie besitzt ein um zweieinviertel Jahre jüngeres Schwesterchen, das gerade am Weihnachtsfeiertag geboren wurde. Anna sah die Kleine zuerst im Sanatorium, wo sie die Mutter noch liegend fand. Doch schenkte sie dem Umstand nicht viel Beachtung, ihre ganze Aufmerksamkeit galt dem Baby und den Verrichtungen, die mit ihm vorgenommen wurden. Eine heftige Gemütserregung erfolgte nur, als sie — schon zu Hause — das Baby zuerst an der Mutterbrust trinken sah: ihr schluchzendes, abwehrendes Weinen beruhigte sich erst, als der Vater ihr versicherte, das Baby esse die Mama nicht auf. Seitdem wurde es ihr, teilweise direkte, noch mehr indirekte Fragen beantwortend, schon öfter gesagt, daß das Kind im Bauch der Mutter heranwachse und bei der Geburt aus der Mutter herauskomme: sie schien diese Aufklärung ziemlich gleichmütig hinzunehmen.
Knapp vor ihrem vierten Geburtstag besucht sie eine kleine Freundin, deren Mutter ihre Entbindung in den nächsten Tagen erwartet. Der ganze Besuch löst bei Anna ziemlich starke Unlustgefühle aus, besonders die dicke „Tante” scheint ihr gar nicht zu gefallen. Ein paar Tage später wendet sie sich mit der plötzlichen Frage an den Vater: „Erinnerst du dich, daß, als wir nur ein Zimmer hatten, die Marika (das Schwesterchen) geflogen ist?” — Der Vater: „Wann denn?” — Anna: „Wie das Engelchen gekommen ist!” — Der Vater: „Aber die Marika kann doch nicht fliegen.” — Anna: „Doch, ich kann es auch” (macht fliegende Bewegungen). — Der Vater: „Das ist doch kein Fliegen!” — Anna: „Aber die Marika ist ganz bis zur Decke geflogen.” — Der Vater: „Wir haben ja immer so viel Zimmer gehabt, nur wie die Marika geboren wurde, im Roten Kreuz, da war nur ein Zimmer. Aber damals kam die Marika nicht geflogen, sondern wuchs im Bauch der Mutter heran.” — Bei dieser Wendung des Gespräches kommt die Mutter herein, und der Vater reproduziert ihr kurz das Gesprochene. Anna wendet sich unter großem Lachen an sie: „Das Kind wird vom St