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Marieanne wird im Alter von acht Monaten dreimal nacheinander geimpft. Sie reagiert nun so stark, daß sie längere Zeit krank ist. Das Ärmchen muß ihr eingepolstert werden. Sie wird verwöhnt und gehätschelt, da sie das einzige Kind ist. Nach der Genesung will sie das Baden nicht mehr wiederaufnehmen. Sie wird von der Pflegerin längere Zeit nur gewaschen. Nach Verlauf des Winters, im Alter von eineinhalb Jahren, gelingt es mit vieler Mühe, sie wieder in die Wanne zu stecken.
Mit viereinhalb Jahren bekommt sie ein Brüderlein. Sie interessiert sich zuerst sehr um seine Pflege, schaut zu, wie es gebadet wird, und frägt, warum es ein Pflaster auf dem Nabel hat. Die Wärterin sagt, Bubi habe ein „Bobo” — eine Wunde darunter.
Plötzlich will sie nun wieder nicht mehr baden. Schon am Samstag mittag fängt sie an, sich vorsichtig zu erkundigen, ob heute der fatale Tag sei, wo sie in die Wanne gesteckt werde. Sie bringt allerlei Ausreden: es ist Winter, zu kalt zum Baden, sie hat keine Zeit, sie möchte lieber am Vormittag gebadet sein, so wie das Brüderlein, dann wäre es schon vorbei, und sie müßte nicht immer daran denken. Sieht sie dann, daß es keine Rettung vor dem Wasser gibt, fängt sie ein Zetergeschrei an, sperrt sich und heult noch in der Wanne unsinnig. Das Schrecklichste ist für sie, sich die Haare waschen zu lassen. Die Pflegerin hat ihre liebe Not mit ihr, und wenn die Mama dabei ist, so geht der Tanz erst recht los. Die Mama regt sich auf, versucht es mit Zureden und Versprechungen, und weil das nichts nützt, mit Drohungen und Strafen, und für alle drei ist der Samstag ein wahrer Martertag.
Marieanne kommt einmal auf Besuch zu mir, nur um zu baden. Sie schaut sich alles sehr kritisch an und erklärt, die Haare waschen lassen, das gibt's nicht, die sind nicht schmutzig, das ist nicht nötig, und mit dem Schwamm, den sie besonders geschenkt bekommt, will sie nichts zu tun haben.
Wie sie erst im Wasser sitzt, zeige ich ihr eine alte Gummipuppe. Um des Kindes Mundwinkel zuckt e