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Es ist für den praktischen Psychoanalytiker wichtig, seine Patienten auf ein zuverlässiges Buch hinweisen zu können, welches kurz über die Sitten, Gewohnheiten und Traditionen der primitiven Menschenrassen berichtet. Seitdem Freud in „Totem und Tabu” gezeigt hat, in wie großem Maße die unbewußten geistigen Prozesse und Zwangshandlungen und Gedanken von neurotischen Personen mit nur geringer Abänderung von den Glaubensriten dieser zurückgebliebenen Völker abzuleiten sind, finden wir beständig Beweise an vergleichendem Material innerhalb unserer eigenen Erfahrung, oder wir glauben, daß es sich so verhält. Der gewissenhafte Analytiker wird sich jedoch nicht mit einem vagen Glauben an die Übereinstimmung der Träume und Symptome mit den Sitten und Glaubensriten der Alten oder Primitiven begnügen wollen, aber wenn er seine Mutmaßung nachzuprüfen wünscht, so sieht er sich oft vor das Problem gestellt, wo nachzuschlagen und wieviel Zeit wohl die Nachforschung in irgend einer wissenschaftlichen Bibliothek, in der Bücher dieser Art zu finden seien, erfordern würde. In der oben erwähnten Arbeit von W. D. Hambly wird er sein Problem gelöst finden, indem diese ihn nicht nur mit einer Menge von interessanten Kenntnissen versieht, die der Forscher selbst unter den Eingeborenen gesammelt hat, sondern hier sind auch in praktischer und handlicher Form alle wesentlichen Entdeckungen zusammengestellt, welche andere Anthropologen in allen Teilen der Welt gemacht haben.
Der Wert dieses Buches wird sehr gesteigert durch glänzende Illustrationen, die größtenteils Photographien sind, und einige davon sind von größtem Interesse für Psychoanalytiker. In der Tat scheint der Autor durch die Freudsche Theorie zu seinem Buche inspiriert worden zu sein, indem er überall das „unterbewußte Seelenleben” und Neurose gleichsetzt. Er zeigt wiederholt, in wie hohem Maße der Primitive gleich seinem zivilisierten Bruder an Neurosen leidet und nicht davor gefeit ist, während einige Schriftsteller eifrig bemü