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Seit man die Bedeutung der frühen Kindheitseindrücke für die Entwicklung des Menschen erkannt hat, schenkt man der Erziehung des Kleinkindes vermehrte Aufmerksamkeit. Eine erhöhte Würdigung der mütterlichen Aufgabe ergab sich daraus von selbst.
Während in früheren Zeiten jeder Mutter ein ausreichender Erziehungsinstinkt zugetraut wurde, kam man in unserer Epoche dazu, — wohl auf Grund der immer mehr fühlbar werdenden Erziehungsschwierigkeiten, — eine besondere Vorbereitung für den Mutterberuf anzustreben. Etwa um 1900 wurden die ersten Mütterkurse eingerichtet, die man als Vorstufe späterer Versuche (vor allem auch der Frauenschule) ansehen kann. Es sei übrigens darauf hingewiesen, daß Fröbel bereits einen Aufruf erließ, der Notwendigkeit und Wege einer Müttervorbereitung zum Inhalt hatte. Kindergärtnerinnenseminare und Kinderpflegerinnenschulen, die der Vertretung der Fröbelschen Erziehungsideen dienen, haben neben der Berufsausbildung von jeher auch die Erziehung der künftigen Mütter zum Ziele gehabt.
Neuere Erkenntnisse haben nun aber ergeben, daß das bisher Angestrebte einer gewissen Umgestaltung und Erweiterung bedarf. Moderne Erziehung stellt für den Erzieher neue Forderungen auf; es muß daher versucht werden, die Müttervorbereitung in andere Bahnen zu lenken. Am auffallendsten zeigt sich dies, wenn wir die Beschäftigung des Kindes ins Auge fassen. Während man bisher der Beschäftigungskunst die größte Bedeutung zumaß, treten modern eingestellte Erzieher dafür ein, daß man das normale Kleinkind in seinen Beschäftigungen möglichst sich selbst überlasse. Die Tätigkeit der Umgebung hat sich darauf zu beschränken, geeignetes Beschäftigungsmaterial zur Verfügung zu stellen und die technischen Hinweise dafür zu geben. Die Gewöhnung an äußere Passivität und die Bekämpfung der so verbreiteten Aktivität dem Kinde gegenüber erscheint mir überhaupt ein wesentlicher Faktor bei der Müttervorbereitung zu sein. Deshalb birgt die Betätigung junger Mädchen in veralteten, betriebs