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Die Psychoanalyse hat gelehrt, daß sogenannte Fehlleistungen, wie Versprechen, Vergessen, Falscherinnern u. dgl., immer psychologisch determiniert sind. Die früher beliebte Erklärung, Ermüdung, Zerstreutheit und ähnliches seien deren Ursachen, ist nicht nur ungenügend, sondern auch gefährlich; denn sie verhüllt das Problem und setzt an Stelle des Begreifens ein Wort. In Wirklichkeit sind es stets persönliche, affektive Tendenzen und ebensolche Vorstellungsinhalte, die sich in derartigen Akten in das bewußte Denken einschleichen.
Bei der Analyse von Namenvergessen, vor allem solcher Namen, für welche man das bestimmte Gefühl hat, man müsse sie wissen, zeigt sich, daß gegen den Träger des gesuchten Namens wissentlich oder unbewußt Abneigung oder Groll besteht, oder aber man findet, daß der Name auf irgendeine Weise assoziativ mit einem verdrängten, unlustvollen Vorstellungskomplex verknüpft ist
In ähnlicher Weise bestimmen affektive Momente die willkürlich, bzw. unwillkürlich gewählte Form der Namensbezeichnung in der Anrede oderbeim Sprechen über einePerson. Wir sehen hier ab von den stimmlichen Ausdrucksmitteln, von Mimik und Geste, auch von lobenden und tadelnden Attributen. Dagegen erinnern wir an andere, vielleicht feinere Ausdrucksmittel, die, wörtlich genommen, bedeutungslos in unserem Sinne sind, die aber im Zusammenhang mit der vorliegenden psychologischen Situation ihre Tendenz deutlich verraten. Jedermann ist sofort im Bilde, wenn z. B. eine Frau zu ihrem Gatten spricht: „Dein Sohn hat sich wieder fein benommen”, hingegen: „Das habe ich nicht anders erwartet von meinem Sohn”. Wenn man jemand bisher mit dem Vornamen benannt hat, aber später unwillkürlich den Familiennamen gebraucht, so wird für den Zuhörer kein Zweifel über die spätere Einstellung des Sprechenden bestehen.
Betrachten wir den Bibeltext unter obigem Gesichtspunkt, so finden wir mehrere Stellen, in denen die jeweilige Benennung der betreffenden Person psychologisch richtig ist, d. h. fortlaufend b