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Bei einer Patientin, die seit vielen Monaten wegen periodisch wiederkehrenden traurigen Verstimmungen in psychoanalytischer Behandlung steht, schreitet diese nur langsam vorwärts, weil jede einzelne Triebregung von der Kranken nur gegen einen sehr großen inneren Widerstand anerkannt wird. So ist sie eines Tages, ohne es zu wissen, sehr gereizt und vermag, darauf hingewiesen, keinen Grund für ihre Verstimmung anzugeben. Andern Tags kommt sie sichtlich erregt in die Behandlungsstunde. Sie habe heute Nacht ganz unverhüllt geträumt, mit ihrem Vater (der ihr körperlich und seelisch zuwider ist) geschlechtlich zu verkehren. „Es ist also klar,” fügte sie hinzu, „daß ich das will. Daran ist nichts zu deuten. Es ist eben so. Mich gruselt es noch ganz.” Ich muß sie erst darauf aufmerksam machen, daß dieser Traum nicht recht zu ihrem sonstigen Wesen zu passen scheine. Sonst träume sie ganz verhüllt, habe kaum Einfälle zu den einzelnen Bildern. Jetzt bringe sie etwas völlig unentstellt, was sie sonst nie zu denken wage, nicht einmal die Sache an sich, geschweige denn mit diesem Partner. Es läge nahe, hier eine Falle zu vermuten. Ob sich nicht etwas ganz anderes hinter dem Traum verstecke? Sie hört zu, sagt — wie so oft — das sei wohl möglich, aber ihr falle nichts dazu ein. Kleine Pause. Dann: „Sie haben gestern gemeint, ich sei so gereizt. Mir ist nichts mehr dazu eingefallen, höchstens das mit dem Brief; daß ich mir da unzulänglich vorkam.” Und nun berichtet sie, daß ein verheirateter Kollege, der mit ihrer Freundin Leni ein Verhältnis gehabt, aber es vor kurzem abgebrochen hatte, neulich bei ihr gestanden sei und über ein geschäftliches Schreiben, das sie ihm gegeben, mit ihr gesprochen habe, als Leni eintrat. Da habe er den Brief rasch eingesteckt. Seitdem sei sie von der Freundin nun schon dreimal nach dem Schreiben gefragt worden. Erst gestern wieder. „Ich glaube, sie ist eifersüchtig auf mich. Und dabei hat sie wirklich keinen Grund.” Ich füge hinzu: „Da kann sie ja glei