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Adele Schreiber, durch ihr Buch „Mutterschaft” und durch eine Reihe von anderen Veröffentlichungen, vor allem auf sozialem Gebiet, bekannt, gibt für 1928 einen Kalender heraus, der eine Fülle von Wissenswertem im Text und ausgezeichnete Bilder enthält. Im Mittelpunkt stehen Ratschläge für Pflege, Erziehung und Beschäftigung des Kindes, die von Erziehern und Ärzten verfaßt sind. Die Psychoanalyse spielt bei diesen Ratschlägen eine besondere Rolle. Es ist meines Wissens
der erste Kalender, der nichts enthält, was der psychoanalytischen Führung widerspricht, und der den Lesern manchen wertvollen Wink aus der psychoanalytischen Pädagogik bringt. Diese Tendenz ist der Richtung des Hippokrates-Verlages zu verdanken, der durch zahlreiche Veröffentlichungen die Lehre von Freud wissenschaftlich und allgemeinverständlich darstellen läßt. Für ein Tagebuch der Mutter ist jeden Tag freier Schreibraum gelassen, damit die Mutter, auch die vielbeschäftigte, sich mit kurzen Sätzen aufschreiben kann, was ihr von ihren Erlebnissen und Beobachtungen wichtig ist, von den Tagen der Schwangerschaft an bis zu den Jahren, wo das junge Menschenkind selbständig im Leben zu stehen vermag. Die beigegebene Sammelmappe dient der Aufbewahrung der abgetrennten Blätter, die nicht allein wegen der Tagebuchnotizen mit ihrem starken Erinnerungswerte aufbewahrt werden sollten, sondern weil die Blätter schon nach wenigen Jahrgängen des Kalenders gesammelt eine Fundgrube des Wissens über das ganze Fragengebiet: Mutter und Kind darstellen werden. Das Stichwörterverzeichnis ermöglicht ein rasches Finden der gesuchten Blätter. Wir wünschen, daß der Kalender alljährlich herauskommt und vor allem von den Organisationen des Fürsorge- und Wohlfahrtswesens der Jugend, der Wanderbewegung und der neuen Schule verbreitet wird.
Heinrich Meng