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Das vorliegende Heft unserer Zeitschrift möchte an die Diskussion über Onanie, veranstaltet von der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung im Jahre 1918, anschließen. Auf die Einladung hin, sich an der Besprechung der Frage in unserer Zeitschrift zu beteiligen, schrieb uns Freud: „Ich habe meinen Beitrag zur damaligen Onaniediskussion durchgesehen und mit Erstaunen gemerkt, daß meine Kenntnisse seither keine Fortschritte gemacht, daß ich also nichts hinzuzufügen habe.” Freuds Meinungen werden in dem Bericht von Federn über die Wiener Diskussion von 1912 mitgeteilt.
Es sind besonders die auf anderen Gebieten seither erzielten Fortschritte der psychoanalytischen Forschung, die klärend auf die Probleme der Onanie eingewirkt haben. Es sei hier nur auf die Untersuchungen über das Schuldgefühl hingewiesen. Und vor allen Dingen können wir sagen, daß jene Kreise, an die wir uns wenden (Eltern, Lehrer, Pfarrer, Kinderärzte) und die mit der Onanie der Kinder zu tun haben, der Psychoanalyse und besonders der Beurteilung sexueller Fragen gegenüber weit ruhiger und sachlicher geworden sind. Man beginnt vor allem die unwissenschaftliche Scheu vor der beobachtenden Nachprüfung der von andern gefundenen Tatsachen zu überwinden. Uns liegt besonders daran, daß sich die pädagogischen Kreise einer sachlichen Beurteilung befleißigen, damit sie auch einen entsprechend sachlichen pädagogischen Standpunkt gewinnen können, von dem aus erfolgreich erzieherisch vorgegangen werden kann. Wir dürfen wohl hoffen, daß die folgenden Aufsätze in dieser Hinsicht nützlich sein werden.
Hitschmann begleitet die Zusendung seines Beitrages mit folgenden Worten, die wir gerne den Lesern zur Kenntnis bringen: „Indem ich meinen Beitrag zur Onaniefrage einsende, spreche ich meine Meinung dahin aus, daß eine allgemeine Vorbemerkung den Leser auffordern sollte, zu beachten, ob die geäußerten Ansichten vom Psychoanalytiker und praktischen Arzt oder vom Pädagogen und Lehrer stammen, da das Beobachtungsmaterial