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Ungefähr zu derselben Zeit, da jene bekannte Diskussion über die Onanie in der Wiener Psa. Vereinigung geführt wurde, erschienen kurz nacheinander zwei Arbeiten aus der Feder von Kinderärzten, Neter und Friedjung, über die Onanie im Kindesalter. Beide Autoren stellten die große Häufigkeit der Kinderonanie, auch schon im zartesten Alter, fest, beide konnten nichts über schädliche Folgen davon berichten. Heute möchte ich rückschauend prüfen, wie sich denn die Kinderärzte unserer Tage zu dieser wichtigen Frage stellen, und jene Fragen, die ich vor fünfzehn Jahren unbeantwortet lassen mußte, neuerlich aufwerfen.
Seit jener Zeit habe ich wiederholt in medizinischen, insbesondere pädiatrischen Zeitschriften die Sexualität des Kindes in mannigfachen Zusammenhängen erörtert und manches davon, wie die sogenannten Milieuschäden und ihre Wirkungen, hat wohl allgemeine Annahme gefunden. Daß meine Darstellungen immer wieder darlegen mußten, wie meine unmittelbaren Beobachtungen an Durchschnittskindern die Thesen Freuds zur Sexualtheorie fast in allen Einzelheiten bestätigt haben, konnte ihrer Anerkennung begreiflicherweise nicht nützen. Das hatte nur zur Folge, daß mich pädiatrische Kritiker immer wieder unter die Psychoanalytiker einreihten, um vom offenbar viel zuverlässigeren „kinderärztlichen Standpunkte” solche verstiegene Darstellungen auf das richtige Maß zurückführen zu können. Solch ein „richtiges Maß” wird immerhin bereits zugestanden, ja, man stellt es gelegentlich so dar, als hätte man dies seit jeher gewußt, und als ziehe man nur gegen die „unzulässigen Verallgemeinerungen”, gegen die „Pansexualisierung” und ähnliche Irrtümer zu Felde. Ich muß dann immer von neuem betonen, daß ich ja auch Kinderarzt sei und die ehrende, aber nicht ehrend gemeinte Zugehörigkeit zu den Psychoanalytikern in der Beweisführung ablehnen müsse. Und so ringt sich denn allmählich die Anerkennung der Tatsachen durch, und kleine Mitteilungen da und dort, so von Bodek über Aggressionen von norma