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Unter unseren erwachsenen Analysanden lassen sich hinsichtlich der infantilen Onanie unschwer drei Gruppen unterscheiden:
Psychoneurotiker, die die phallische Stufe der Libidoentwicklung voll erreichten, das heißt genital onanierten und infolge spezifischer Schicksale ihres Ödipuskomplexes entweder die genitale Erotik verdrängten und später hysterisch erkrankten, oder aber ihre Libido von der genitalen
Position zurückzogen, auf frühere Stufen regredierten und infolgedessen einer Zwangsneurose oder einer ähnlichen Erkrankung verfielen.1
Psychoneurotiker, die die genitale Stufe der Libidoentwicklung nur unvollständig oder gar nicht erreichten, sei es infolge einer mächtigen prägenitalen, insbesondere analen Disposition, sei es infolge heftiger Kastrationstraumata, die die Entfaltung der genitalen Libidostufe verhinderten. In diesen Fällen setzte ein Prozeß ein, den ich als „prägenitale Erotisierung des Genitales” beschrieben habe und der für eine bestimmte Erkrankung, nämlich die chronische hypochondrische Neurasthenie, spezifisch ist.2 Bei diesen Kranken sehen wir das Genitale besetzt mit prägenitalen Wünschen und Phantasien, das Genitale bekommt die Bedeutung der Brust, des Anus oder eines anderen erogenen Körperteiles, verliert aber seine eigene Bedeutung, Das Resultat ist gewöhnlich die schwerste Form der Impotenz, die verfrühte Ejakulation bei schlaffem Gliede, bei der, wie Abraham zuerst beschrieb, die glans penis nicht zur Leitzone geworden ist. Hier blieb also die genitale Onanie völlig aus.
Schließlich sehen wir bei den wenigen Gesunden, die wir zu analysieren Gelegenheit haben, daß die infantile Onanie eine lange Zeit ungestört ausgeübt wurde und sich in der Pubertät allen Schuldgefühlen zum Trotz wieder durchsetzte.
Nehmen wir hinzu, daß sich die Tatsache der stattgehabten genitalen Onanie im Kindesalter als ein günstiges, ihr Ausbleiben, wie etwa bei der ejaculatio praecox, als ungünstiges prognostisches Zeichen bewährt hat, so sind wir zu dem Schlusse gezwu