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Nach Freud gibt es zwei Perioden der kindlichen Onanie: im Säuglingsalter und im Alter von drei bis fünf Jahren ungefähr.1 Es gibt auch, sagt Freud, eine große Differenz zwischen kindlicher Onanie und der der Erwachsenen. Das Kind bekommt angenehme Empfindungen, wenn es sein Genitale berührt, hat aber keine erotischen Phantasien, wie jeder Erwachsene. Im kindlichen Alter spielt das Geschlechtsorgan eine viel geringere Rolle als später. Ein kleines Kind bekommt verschiedene angenehme Empfindungen von seinem Körper; es lutscht an den Fingern, es streichelt seine Brust oder seinen Bauch usw. Unter den verschiedenen Teilen des Körpers, deren Reiz dem Kinde viel Vergnügen macht (erogene Zonen), befindet sich auch sein Geschlechtsorgan. Dieses ist aber in der Vorstellung des Kindes mit der Harnentleerung verbunden, und sein Berühren weckt, wie oben gesagt, keine anderen Erlebnisse, als angenehme Empfindungen in dieser Zone.
Die Eltern und die Erzieher erschrecken sehr, wenn sie bemerken, daß so ein kleines Kind onaniert. Sie schelten es, oft strafen sie es sehr schwer, manchmal drohen sie, ihm die Hand oder das Glied selbst wegzuschneiden. Das Resultat ist fast immer dasselbe: das Kind wird ängstlich, es bekommt verschiedene neurotische Symptome, aber die Onanie gibt es nicht auf. Nur macht es das ganz heimlich und gewöhnt sich allmählich, zu lügen. Das Ziel ist also nicht erreicht, dem Kinde aber hat man schwere psychische Traumen zugefügt, welche seine psychische Entwicklung schwer stören. Was soll man also tun? Wie soll man die Kinder erziehen, um andere Resultate zu bekommen?
Pädagogische Arbeit braucht keine fertigen Rezepte, um so mehr, als diese Frage sehr kompliziert und wenig untersucht ist. Ich möchte nur über einen pädagogischen Versuch erzählen, der in Moskau im Kinderheim-Laboratorium (K. H. L.) beim Psychoanalytischen Institut stattgefunden hat.2
In diesem Kinderheime bemühten sich die Pädagogen, normale Wege der sexuellen Erziehung der Kinder zu finden. Es ist