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Ein Kinderarzt wies einen neunjährigen Knaben wegen nervöser Angst an mich. Es war ein zarter Knabe sanfter Art, mit auffallend ernsten Zügen. Die Vorgeschichte ergab: Er wäre bis zum sechsten Lebensjahr ganz anders gewesen, voll Kraftgefühl, waghalsig und schwindelfrei, sei dann stiller, in letzter Zeit sehr kleinmütig und ängstlich geworden, schlafe sehr unruhig, habe Angstanfälle und Angstträume, werfe sich manchmal zu Boden. Unter den Kollegen isoliere er sich, traue sich nichts zu. Er lerne jetzt schlecht, gehe ungern in die Schule und mache nur schlechte Fortschritte. Er äußere starke Minderwertigkeitsgefühle, sei traurig und grüble.
Der Knabe konnte nicht einer länger dauernden Analyse unterzogen werden, aber die Gespräche nur weniger Stunden ergaben ein so lehrreiches Material, daß es hier mitgeteilt zu werden verdient, wenn auch der Zustand hier später als sonst und künstlich zum Höhepunkt kam.
Der Knabe saß unruhig auf seinem Stuhl, spielte mit einer Hand nahe dem Genitale auf seiner Lederhose, fuhr mit der anderen im Gesicht, namentlich an den Augen wischend, umher. Seine Angaben, hier nur etwas historisch geordnet, lauteten:
Er entsinne sich, daß, als er etwa drei Jahre gewesen sei, die Mägde ihm gesagt hätten, er solle nicht mit seinem Gliede spielen, sonst werde er krank, das Glied müsse dann wegoperiert werden, so daß er dann nicht werde urinieren können. Er habe dadurch Angst bekommen, daß er dann immer Drang haben werde. Ob die Onanie schade?, denn auch die Mutter habe sie verboten, weil sie nervös mache. Vor einem halben Jahre sei er operiert worden (es war nach Angabe des Kinderarztes eine unblutige Dehnung der zu engen Vorhaut gewesen), nachher im Bade habe er große Schmerzen am Glied gehabt durch das heiße Wasser. Der Arzt hätte auch gesagt, eine Hode sei oben geblieben (Leistenhode). All das habe ihn sehr erschreckt.
Schon vor einem Jahre sei ihm aufgefallen, daß sein Hodensack im Bade auf dem Wasser schwimme und zusammenschrumpfe, er glaubte, er s