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Der folgende Aufsatz bildete die Diskussionsgrundlage zur Besprechung des Onanieproblems in einem Kreise von Lehrern, die die Veröffentlichung wünschten. Obschon er anderen Artikeln gegenüber Wiederholungen bringt und die analytischen Ansichten über die Auswirkungen von „Nacktkultur” und „Ernährungsreform” nicht so optimistisch sein dürften, so bringen wir den Aufsatz doch vollst ändig, Er kann vielleicht noch weiter dem gleichen Zwecke dienen, für den er geschrieben wurde.
„Wie kann man nur so fragen!” wirst du, lieber Leser, angesichts dieses Titels ausrufen. Und siehe, ich begreife dich gar wohl! Gewiß hast du von Onanie stets nur gehört als von einer schweren Verirrung menschlichen Trieblebens, hast gelesen in der reichbemessenen Literatur, in der auf die argen Schäden der Onanie hingewiesen, wo sie als furchtbares Laster gebrandmarkt, vielleicht gar als die Grundursache der Degeneration des Menschengeschlechts hingestellt wird.
Aber wie in so vielen anderen Dingen, haben sich auch hier in den letzten Jahrzehnten die Ansichten geändert. Man glaubt nicht mehr an die schweren Schäden, welche die Onanie bewirken soll. Ja, manche Forscher glauben nicht nur Schaden im großen und ganzen in Abrede stellen zu dürfen, sind vielmehr sogar der Ansicht, die Onanie sei eine durchaus normale Erscheinung im Leben eines jeden und ein Übergangsstadium zum normalen Geschlechtsleben. Mehr als dies: Es wurde schon gesagt, das Ausbleiben der Onanie bedeute einen Mangel in der geschlechtlichen Entwicklung!
Man sieht, der Unterschied zwischen einst und jetzt ist sehr groß, so groß sogar, daß man beinahe versucht ist, keine der beiden Ansichten als richtig anzuerkennen, weder jene, für die Onanie das schlimmste Verbrechen gegen sich selbst bedeutet, noch die, welche die Onanie als im Rahmen der natürlichen Entwicklung liegend betrachtet.
Wenn man die heutigen Verhältnisse unbefangen ansieht und die Tatsachen gelten läßt, wie sie sind, so muß man aber dazu neigen, die neue